| 23.59 Uhr

Unglückstage
13 Fälle, in denen Düsseldorf richtig Pech hatte

Freitag der 13: In diesen Fällen hatte Düsseldorf Pech
Statt eines majestätischen roten Teppichs - wie zur Bambi-Verleihung 2007 angedacht - wurde der Rhein nur ein bisschen rot benebelt. Ein echter Rheinfall. FOTO: Modern Media Ltd.
Düsseldorf. Freitag, der 13. kann diese Stadt nicht schrecken: In seiner Geschichte hat Düsseldorf schon öfter mal den Kürzeren gezogen - und meistens war's weder Freitag, noch der 13. des Monats. Mal war's höhere Gewalt, mal menschliches Versagen - und manchmal einfach echtes Pech. Von Helene Pawlitzki
  1. Verlorener Kunstschatz Düsseldorf, die Kunstmetropole, hatte mal eine riesige Gemäldegalerie mit Werken von Rubens, Raffael, Rembrandt und vielen weiteren großen Malern - im 18. Jahrhundert eine echte Touristenattraktion. Vorausschauende Landesherren schafften die große Kunst vor herannahenden Truppen aus der Stadt - 1805 landeten sie im sicheren München. Und da blieben sie auch. Trotz hartnäckiger Versuche Düsseldorfs, sie wiederzubekommen. Heute bilden sie den Grundstock der Müncher Pinakothek.
  2. Dabei sein ist alles Es hätte so schön sein können: Olympia 2012 in der NRW-Landeshauptstadt. In der Bewerbungsphase zu Beginn des Jahrtausends war die Stadt im Olympia-Fieber, tausende bunte Sticker wurden verteilt, Brücken und ein olympisches Dorf im beschaulichen Lörick geplant. Und natürlich ein tolles Stadion gebaut. Aus all der Euphorie wurde - nichts. Nicht mal den nationalen Vorentscheid gewann Düsseldorf. Leipzig bekam den Zuschlag und verlor anschließend gegen London. Hier eine Chronik der Ereignisse. Bitter: Auch aus der WM-Bewerbung wurde nichts - die schicke neue Arena musste für ein größeres Schlager-Event zweckentfremdet werden, um die Ausgabe zu rechtfertigen.
  3. Höhere Gewalt Eigentlich scheint in Düsseldorf ja immer die Sonne. Eigentlich. Nur zu Großevents ziehen gerne mal heftige Stürme mit kräftigem Dauerregen über die Stadt. Manchmal reicht es dann, dass sich alle in Plastik hüllen und von einem Fuß auf den anderen hüpfen, bis alles vorbei ist - und hoffentlich stürzt kein Tour-de-France-Fahrer vom Rad.  Im ärgsten Fall - wie Rosenmontag 2016 - wird alles abgeblasen und traurige, einsame Jecken trotten unter Regenschirmen langsam nach Hause.
  4. Scherben bringen Glück I Aber nicht, wenn ein Lkw eine riesige Glasscheibe verliert, mitten in der Unterführung am Bilker Bahnhof. Die Scheibe traf ein Auto und zersprang in tausend Stücke. 50 Quadratmeter Scherben mussten Awista-Mitarbeiter entsorgen.
  5. Düsseldorfs Elbphilharmonie Der Gedanke war ja gut: ein toller, sanierter Aquazoo, eine Attraktion für die ganze Familie. Und am Ende hat das ja auch geklappt. Nur: Aus den ursprünglich angesetzten 13 Millionen Euro werden am Ende 21 Millionen. Und aus dem Eröffnungsjahr 2015 wird 2017. Auf der Chaosbaustelle läuft vieles nicht so richtig, wie es soll: Weil das Dach nicht rechtzeitig fertig wird, erfrieren Tropenpflanzen. Die Scheiben für die Becken müssen neu verfugt werden. Krokodile müssen umziehen, weil sich Farbe in der Tropenhalle löst.
  6. Rheinfall Zur Bambi-Preisverleihung 2007 hatte sich die Stadt etwas ganz besonderes ausgedacht: Auf einer Länge von 6,4 Kilometern sollte sich sich der Rhein in einen roten Teppich verwandeln. Dazu beauftragte das Stadtmarketing einen Künstler. Der sagte später, er habe es eigentlich gar nicht machen wollen, weil er nicht an den Erfolg glaubte - aber auf Flehen der Stadt doch nachgegeben. Allein, der Rhein blieb dunkel. Sein Honorar von 100.000 Euro bekam der Künstler trotzdem.
  7. Heiß und klebrig Manchmal will man ja auch Pech haben. Beim Straßenbau zum Beispiel ist Industrie-Pech, sogenanntes Bitumen, eine hilfreiche Sache. Deswegen gibt es Gefahrgut-Tanklaster, die die 200 Grad heiße, schwarze Pampe durch die Gegend fahren. Im April 2017 war ein solcher Lkw an einem frühen Samstagmorgen unterwegs. Leider verlor er Ladung - und leider tat er das im Uni-Tunnel, mitten auf der A46 (Fotos gibt es hier). 100 Liter Bitumen brachten den Verkehr für rund sieben Stunden zum Erliegen. Pech ist halt besonders fies, wenn es einen (oder den Straßenbelag) unvorbereitet trifft.
  8. Der Fleck muss weg! Es war schon ein eigenwilliges Kunstwerk, das Joseph Beuys im April 1982 in Raum 3 der Staatlichen Kunstakademie installierte: eine Skulptur aus fünf Kilo feinster Markenbutter, die berühmte "Fettecke". Nach dem Tod des Künstlers 1986 geriet das Werk wohl etwas in Vergessenheit - bis irgendwer auf die Idee kam, Raum 3 mal wieder richtig zu putzen. Die Butter landete im Mülleimer - und Düsseldorf verlor ein Werk eines seiner bekanntesten Künstler. Fast ein Happy End: Reste der "Fettecke" wurden später zu Schnaps gebrannt. Leider gab es später auch deswegen noch mal Streit.
  9. Teuer, aber nicht exklusiv Rund 150.000 Euro gab die Stadt 2012 aus, damit eine Agentur ein neues Logo für Düsseldorf zu Marketingzwecken entwarf. Heraus kam :D - das lächelnde D. Wie sich herausstellte, keine uneingeschränkt originelle Idee: Auch ein Dortmunder Museum und Souvenirhändler im kroatischen Dubrovnik nutzen das Logo.
  10. Scherben bringen Glück II Was weg muss, muss weg. Zum Beispiel das alte Postamt am Graf-Adolf-Platz. 2003 wurde es gesprengt. Das lief nicht ganz hundertprozentig wie geplant: Teile der Außenmauer stürzten leider auf die Breite Straße und rissen 500 Meter Oberleitung der Rheinbahn ab. Die Druckwelle zerstörte etliche Fensterscheiben. Kommentar des Sprengmeisters: "Der Sachschaden war natürlich nicht beabsichtigt."
  11. Die große Facebook-Feuerwehr-Affäre von 2013 Ursprünglich ging es nur um ein paar Millionen Euro für Überstunden der Berufsfeuerwehr. Doch dann wurde der Streit persönlich: Ein Feuerwehrmann hatte auf Facebook abfällige Bemerkungen über Oberbürgermeister Elbers geteilt, neun seiner Kollegen gefiel das. In seinem Zorn suspendierte der OB die Feuerwehrmänner - nach öffentlicher Kritik wurde die Strafe erst auf 500 Euro Geldbuße und schließlich auf einen Verweis reduziert. Vielleicht war dieser Gesichtsverlust einer der Gründe, warum der Stadtrat sich schließlich einigte - und die Überstunden doch bezahlte.
  12. Cha-cha-cha Oft sind es ja die kleinen Unglücksfälle, die so richtig weh tun. Fast zum Beispiel wäre Düsseldorf Heimat der Deutschen Jugendmeister im Standardtanz geworden. Philipp (17) und Weronika (15) machten sich 2007 die größten Hoffnungen, trainierten monate-, ja, jahrelang, stiegen bei etlichen kleineren Wettbewerben aufs Podium - und dann brach sich Philipp beim Schulsport im Lessing-Gymnasium den Fuß. Aus war es mit der Meisterschaftsteilnahme - und die hätte sogar in diesem Jahr in Düsseldorf stattgefunden.
  13. Der Fußballgott ist nicht gnädig Das werden die Fans der Fortuna niemals vergessen. Diese Dramatik! Diese Enttäuschung. Der Düsseldorfer Verein hatte gerade gegen Hannover 96 verloren - und hoffte doch noch auf Dortmund, das mit einem Sieg gegen Hoffenheim der Fortuna die Relegation ermöglicht hätte. Erst stand es 2:1 für Hoffenheim - Fassungslosigkeit, Tränen, vereinzelte Prügeleien. Dann glich Dortmund aus - Jubel, Hoffnung! Doch der Ausgleichstreffer wird nicht anerkannt. Hemmungslose Weinkrämpfe, auch bei den Spielern. Wie konnte das passieren? Der Verein heißt doch sogar Fortuna! Hier eine wunderbare Reportage von dieser Berg- und Talfahrt der Gefühle.
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Freitag der 13: In diesen Fällen hatte Düsseldorf Pech


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.