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55 Dinge, Die Nur 30 Minuten von Düsseldorf entfernt sind
Eine Tour durch die "Lunge" der Stadt

55 Dinge, Die Nur 30 Minuten von Düsseldorf entfernt sind: Eine Tour durch die "Lunge" der Stadt
Große wuchtige Bäume schlucken im Schmölderpark den Lärm der Großstadt. FOTO: Isabella Raupold
Düsseldorf. Der Schmölderpark in Rheydt gilt als "grüne Oase" Mönchengladbachs. Zwischen Wiesen und bepflanzten Beeten können die Besucher das ganze Jahr über flanieren. Von Simon Janssen

Bereits nach wenigen Schritten hinein in den Bauch der Anlage wird der Besucher umhüllt von einer ganz anderen Geräuschkulisse als noch wenige Sekunden zuvor. Wurde das Klangbild eben noch von lautem Reifenquietschen und Motorenknattern dominiert, verpuffen die typischen Stadtgeräusche nun in den hohen Baumreihen, die ihre breiten Äste schützend über den Rheydter Schmölderpark strecken.

Wenn diese Bäume reden könnten, sie hätten sicher reichlich Gesprächsstoff mitzuteilen. Schließlich sind die meisten von ihnen seit vielen Jahrzehnten mit der "grünen Oase" der Stadt fest verwurzelt. Vielleicht würden sie so manche Geschichte erzählen von eisigen Wintern oder frisch verliebten Paaren, die ihre Initialen in die Rinde ritzten, um ihrer jungen Liebe ein Stück Ewigkeit zu verleihen.

Doch die Bäume schweigen - und so muss der Besucher auf seine ganz eigene Entdeckungsreise gehen. Und zu entdecken gibt es so manches im Schmölderpark. Die eigenen Sinne sind dabei der beste Wegbegleiter, gibt es doch viel zu sehen, hören, riechen und ertasten. Besonders im Frühling, wenn die Natur sich nach den tristen Wintermonaten wieder reckt und streckt, erstrahlt die vielseitige Flora und Fauna in besonderem Glanz. Die rote Asche auf den Gehwegen zieht sich dabei wie Schlangenlinien in der Wüste durch das pralle Grün der Anlage, die über die Schmölderstraße, Urftstraße, Buchenstraße und Waldstraße erreichbar ist.

An vielen Stellen gibt es passende Gedichte auf Schrifttafeln zu lesen, wie "Im Park" von Joachim Ringelnatz oder "Komm in den totgesagten Park" von Stefan George. Tod ist jedoch wohl das letzte, was dem Besucher einfällt, der gerade durch die "Lunge" der Stadt flaniert, um die eigenen Energietanks wieder aufzufüllen.

Der Schmölderpark präsentiert sich eher wie das blühende Leben, das sich über 16 Hektar erstreckt - ein Treffpunkt für Menschen jeden Alters und jeder Kultur.

Und auch wenn gerade keine Band im weißen Musikpavillon im Herzen des Parks spielt, bekommt der Besucher eine ganz eigene "Konzertvorstellung" von den vielen verschiedenen Vogelarten. Mit ein wenig Glück ist auch das Klopfen eines Spechts zu vernehmen, der hoch oben in einer Baumkrone weilt. Bei Sonnenstunden wird die Kulisse darüber hinaus häufig von Kinderlachen untermalt, das von der Minigolf- und Trampolin-Anlage ertönt. Beim Verlassen des Parks ist es ein wenig, als würde man ein Kleidungsstück wie einen wärmenden Mantel ablegen - findet man sich plötzlich wieder in der üblichen Hektik, aus der man soeben für einige Augenblicke entfliehen konnte. Es sind kostbare Stunden der Stille in einer sonst so lautstarken Stadt, die so manche "Akkus" wieder aufladen können.

Quelle: RP
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