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Veranstaltungs-Tipps
Kunst und Musik für die jüdische Kultur

Veranstaltungs-Tipps: Kunst und Musik für die jüdische Kultur
Aus Israel reiste Drora Dekel an, um in der Galerie plan.d ihre Ausstellung "Der Rabe und der Esel" zu eröffnen. FOTO: B. Schaller
Düsseldorf. Mit Film, Ausstellungen, Konzerten und Literatur geht die Reihe "Jüdische Kulturtage" in ihr letztes Wochenende. Hier einige Tipps für die kommenden Tage.

Kunstausstellungen Unter dem Titel "Der Rabe und der Esel" leistet die Produzentengalerie plan.d einen Beitrag zu den Jüdischen Kulturtagen. Die Jüdin Drora Dekel aus Israel stellt aus. Eine Wandcollage aus Papier, schwarzer Blechfolie und einer Videoinstallation bildet das zentrale Werk der Ausstellung. Der Rabe ist das immer wiederkehrende Element. Der Vogel symbolisiert in vielen Kulturen den Tod und das Verderben, aber auch die Klugheit, sagt die Künstlerin. Weitere Werke der Ausstellung bei plan.d stammen von Ashraf Fawakhry. Der Muslim hat einst bei Dekel studiert.

Auch in der Galerie Lausberg zeigen Künstler aus Israel ihre Werke. Die Fotografin Lea Golda Holterman präsentiert Porträts junger, orthodoxer jüdischer Männer in intimen Situationen und bei religiösen Praktiken. Außerdem sind bei Lausberg ein Filmessay, eine Videoinstallation mit Musik und eine Installation zu sehen. Alle teilnehmenden Künstler stellen mit ihren Werken die Frage nach Identität und fassen ihre Arbeiten unter dem Titel "Know-Identitiy" zusammen. Die Schau endet am Dienstag mit einem Konzert, in dem Kompositionen von Aleksandar Filic zu hören sind.

Zu einem Ausstellungsort unter freiem Himmel sind die Kasematten am Rheinufer geworden. Der Fotograf Wilfred Neuse installierte großformatige Porträts von Künstlern, die in dem Dorf Ein Hod in Israel leben und arbeiten. Die meisten dieser Abgebildeten sind nach dem Zweiten Weltkrieg aus unterschiedlichen Ländern nach Ein Hod ausgewandert. Wer beim Betrachten der Schau "Face to Face" den Eindruck hat, die Porträts kommen ihm bekannt vor, täuscht sich nicht. Einige dieser Künstler sind mit Düsseldorf eng verbunden und arbeiten oft in den Ateliers am Rhein.

Film Im Kino der Filmwerkstatt Flingern ist morgen "Die Wohnung" zu sehen. Die Handlung: Als Gerda Tuchler, die vor dem Holocaust aus Deutschland fliehen musste, mit 98 Jahren stirbt, trifft sich die Familie zur Wohnungsauflösung in Tel Aviv. Inmitten vieler Briefe, Fotos und Dokumente werden Spuren einer unbekannten Vergangenheit entdeckt: Die jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie eines SS-Offiziers. Filmemacher und Enkel Arnon Goldfinger nimmt den Kampf gegen die Kisten, den Staub, die Familie, die Vergangenheit und die Gegenwart auf.

Musik Zwei Konzerte gibt es am Sonntag im Leo-Baeck-Saal der jüdischen Gemeinde. Um 12 Uhr treten Kinder und Jugendliche der Kultur-Akademie auf und präsentieren die Vielfalt von jüdischer Folklore bis zu Rock-Musik. Um 16 Uhr tritt Omer Klein vor die Zuschauer. Er wurde in Israel geboren, ist einer der bekanntesten Pianisten für Jazz und neuzeitliche Musik und lebt zurzeit in Düsseldorf. Meist tritt er mit zwei weiteren Musikern als "Omer Klein Trio" auf. Für die Jüdischen Kulturtage hat er ein Solo vorbereitet.

Literatur Die Kulturreihe Jüdische Kulturtage endet am Montag mit einer Lesung im Literaturbüro NRW. Der israelische Autor Ronny Someck trägt Lyrik und Gedichte vor und wird dabei von Frank Schablewski als Übersetzer unterstützt.

Holger Lodahl

Quelle: RP
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