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Gastro-Tipp
Schwarzfederhuhn und Rote Bete

Gastro-Tipp: Schwarzfederhuhn und Rote Bete
Anthony Sarpong (rechts) serviert mit seinen Köchen Marwan Al-Hadithy und Benedikt Wittek (v.l.) Köstlichkeiten wie ein Schwarzfederhuhn Label Rouge mit Möhren und Lauch. FOTO: Endermann, Andreas (end)
Düsseldorf. Im Restaurant Anthony's werden arabisch-afrikanisch-französisch gemixte Gerichte aufgetischt. Inhaber Anthony Sarpong bietet auch Koch-Kurse an. Von Dagmar Haas-Pilwat

Eine Knieverletzung machte seiner Fußballer-Karriere beim FSV Mainz 05 schon früh ein Ende. Doch dem Unglück konnte Anthony Sarpong, 1982 in Kumasi in Ghana geboren, noch etwas Positives abgewinnen - eine erfolgreiche Karriere als Koch. Er konnte sich schon als kleiner Junge nicht satt daran sehen, wenn seine Mutter am Herd stand. "Aber Männer, die kochen, das ging bei uns in der Familie überhaupt nicht", erinnert er sich.

Inzwischen sind ein paar Jahre ins Land gegangen. Seit seinem 13. Lebensjahr lebt Anthony in Deutschland, und aus der Leidenschaft für das Kochen wurde ein Beruf. Nach Stationen in Spitzenrestaurants wie Steinheuers "Zur Alten Post" in Bad Neuenahr, "La Becasse" in Aachen und "Hummerstübchen" in Lörick hat sich der Mittdreißiger direkt an der Grenze zu Düsseldorf in Meerbusch-Büderich mit einem eigenen Restaurant selbstständig gemacht. Seit der Eröffnung vor einem Jahr hat sich das "Anthony's" zu einem Geheimtipp der Düsseldorfer für ausgefallene und anspruchsvolle Köstlichkeiten entwickelt.

Schon rein optisch erinnert nichts mehr an die ehemalige Traditionsgaststätte "Peters". Alles ist neu - von der Raumaufteilung über die Bar und die dunkelblau gestrichenen Wände bis hin zur hochmodernen, stylischen Kochschule. Fließend gehen der Schulungsbereich mit einer riesigen weißen Gaggenau-Küche und das Restaurant ineinander über. "Wir wollen eine Atmosphäre wie in einer großen gemütlichen Wohnküche", sagt der Chef. Denn Anthony - mittlerweile Vater von zwei Söhnen und einer Tochter - tischt nicht nur gerne auf, sondern er ist auch ein engagierter Lehrer, der sein Wissen mit guter Laune und viel Humor weitergibt. Kein Wunder, dass seine Kochkurse an zwei Tagen in der Woche stets ausgebucht sind.

Im Mittelpunkt des Gastro-Konzepts steht natürlich das Restaurant. Dort werden die Gaumen der Gäste mit einer Symbiose aus afrikanischen, arabischen und französischen Zutaten und Gewürzen verwöhnt. Mit seinem Stil betritt der Spitzenkoch kulinarisches Neuland. Dabei schmeckt man seine Liebe zur guten Küche und seine präzise Arbeit auf jedem seiner Teller. Da wäre unter den Vorspeisen der Hummer-Cocktail, der auf einem fein-ausbalancierten Thaimango serviert wird. Die kanadischen Jakobsmuscheln sind auf roter Bete arrangiert, und für die besondere Note sorgt der leicht nussige Geschmack der Amarant-Körnchen. Eine gute Wahl ist auch der Gourmet-Salat mit kanadischen Jakobsmuscheln und Avocado.

Das Milchlamm zergeht nicht nur butterweich auf der Zunge, sondern durch den Dreiklang von Auberginen, Topinambur und Joghurt bekommt es ein exotisches Aroma. Auf einem al dente zubereiteten Risotto-Gemüse sind die zarten Kalbsbäckchen angerichtet. Damit harmoniert perfekt die sämige Rotweinsauce. Zu den Hauptgängen zählen auch das Perlhuhn mit Morcheln und Lauch sowie der Bachsaibling mit Couscous.

Anthony und sein Team verstehen es, auf einem gehobenen Niveau mit ausgesuchten Aromen kulinarische Überraschungen zu bieten. Die Speisekarte wechselt alle paar Wochen. Wer Überraschungen mag, der sollte sich für eines der beiden mehrgängigen Menüs entscheiden. Auf Vorbestellung gibt es auch eine vegane Variante. Und überhaupt überzeugt Anthony's Genusswelt mit einem herzlichen und vor allem aufmerksamen Service, der individuell auf die Wünsche der Gäste eingeht.

Quelle: RP
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