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Freude über ein grünes Wohnzimmer

Serie: Freude über ein grünes Wohnzimmer
Die Idylle muss verschoben werden: Der Zoopark wird im kommenden Jahr umgestaltet. Darüber darf sich der komplette Bezirk freuen, denn er ist die wichtigste Grünfläche im Bezirk 2. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Im Stadtbezirk 2 wird die Neugestaltung des Zooparks sehnlichst erwartet. Sowieso wird das Thema Bäume und Grünanlagen heiß diskutiert werden. Allgegenwärtig wird aber die Debatte um neuen, bezahlbaren Wohnraum sein. Von Torsten Thissen

Dicht ist der Stadtbezirk 2 jetzt schon besiedelt. Inzwischen werden auch nach und nach die Hinterhöfe mit wohlklingenden Projekten bebaut, so dass hier wie in kaum einem anderen Stadtbezirk den wenigen Grünanlagen eine besondere Bedeutung zukommt. Was die Menschen in Flingern und Düsseltal im kommenden Jahr aber am meisten bewegen wird, ist wohl die Schaffung und die Erhaltung bezahlbaren Wohnraums.

Zoopark Erahnen kann man ja jetzt schon ein bisschen, wie der neue Zoopark werden soll. Einverstanden sind damit naturgemäß nicht alle Bewohner des Stadtteils, aber die meisten freuen sich wohl darüber, dass der Park endlich aufgehübscht wird. Dringend nötig ist das auf jeden Fall, wie man wohl im kommenden Jahr merken wird, wenn die Arbeiten im Park ihn nur bedingt nutzbar machen. Dennoch: Hier entsteht Düsseldorfs hübschestes Wohnzimmer.

In Grafental werden weiter Wohnungen gebaut. Ob die allerdings auch für kleinere Geldbeutel erschwinglich bleiben? FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Stadtgestaltung Große Diskussionen gibt es in Flingern und Düsseltal um die Gaslaterne. Die natürlich stadtweite Diskussion um die Leuchte wird im Bezirk 2 wohl am heftigsten geführt, weil Gegner und Befürworter der Gaslaterne in den Quartieren am Zoopark und in Flingern direkt aufeinander treffen. Für die Protagonisten beider Seiten ist der Bezirk exemplarisch für die ganze Stadt. Hier entscheidet sich, ob Düsseldorf seine Gaslaternen als Erbe und Kulturgut schätzt oder eben nicht. Wenigstens scheint die Diskussion um die Gestaltung des Dorotheenplatzes abgeschlossen. Es wird neue Oberflächen, Sitzbänke und unterirdische Container geben. Der förmliche Beschluss soll Anfang des Jahres erfolgen.

Bauen Die Diskussion um Gentrifizierung und bezahlbaren Wohnraum wird weitergehen. Die Renovierung von Altbauten und Hinterhofbebauungen im Bestand dürften für einigen Zündstoff sorgen - wie das Beispiel Ackerstraße in diesem Jahr zeigte. Besonderes interessant wird es bei den Neubauten. So soll beim Flin-Caree das Handlungskonzept Wohnen keine Anwendung finden. Auf Gegenliebe stößt das bei den Stadtteilpolitikern aller Fraktionen nicht gerade. Spannend wird derweil, wie es im Neubaugebiet Grafental weiter geht. Hier allerdings gibt es regelmäßige Gespräche zwischen den Investoren und den Politikern der Bezirksvertretung. Viele erwarten auch noch in diesem Jahr ein bis zwei größere Wohnprojekte. Der Bezirk ist attraktiv für Investoren.

Verkehr Einhelliges Credo der Politiker im Bezirk ist, das Fahrrad und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Wer sich im Stadtbezirk 2 für den Individualverkehr, für Autos gar, einsetzt, der wird inzwischen schon nicht mehr bekämpft, sondern nur noch belächelt. Umso heftiger wird der Strauß werden, den die Politiker mit der Rheinbahn ausfechten werden, wenn es um die Zukunft der Linie 708 geht. Der Probebetrieb der Linie mit Zählung der Fahrgäste beginnt, wenn die Wehrhahn-Linie nächsten Monat ihren Betrieb aufnimmt. Wie man heutzutage ernsthaft die Schließung einer Straßenbahnlinie in Erwägung ziehen kann, ist vielen im Bezirk schleierhaft. So wird es wohl eine lange Diskussion um die Zahlen geben, aber auch darum, welche Konsequenzen aus ihnen zu ziehen sind. Nebenbei wird auch der Kampf um Parkplätze weitergehen. Viele prophezeien, er wird im kommenden Jahr sogar noch heftiger geführt werden. Welche Auswirkungen hat der zusätzliche Verkehr durch die neuen Bewohner in Grafental auch für den fließenden Verkehr? Das neue Jahr wird es zeigen.

Bildung Gute Nachrichten für Düsseltal: Im Mai beginnen die Bauarbeiten am Goethe-Gymnasium. Die Schule bekommt mehrere Erweiterungsbauten, darunter auch eine neue Zweifach-Sporthalle und eine Mensa mit "Cook and Chill Area" (Kochen und Entspannen). Insgesamt sollen die Maßnahmen rund 15 Millionen Euro kosten.

Flüchtlinge Ein Thema, das wohl jeden im Stadtteil bewegt, ist die Unterbringung und die Integration der Flüchtlinge im Bezirk. Kaum irgendwo ist die Akzeptanz größer als in Düsseltal und Flingern, aber auch kaum irgendwo werden sich so viel Sorgen gemacht. Die Auswirkungen werden im kommenden Jahr mehr noch als im vergangenen spürbar. Auf dem Wohnungsmarkt, in den Schulen, überall.

Gewerbe Gerade die Quartiere in Flingern sind immer noch im Umbruch. Hier wird besonders spannend, was sich hält, wer geht und wer kommt dafür. Eine große Frage wird sein, wie sich die weitere Etablierung des Viertels auf die Gastronomie auswirkt. Spannend wird es auf jedem Fall.

Quelle: RP
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