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Streit in Düsseldorf
Freunde und Gegner der Gaslaternen

Hier gibt es Gaslaternen in Düsseldorf
Hier gibt es Gaslaternen in Düsseldorf FOTO: Schnettler
Düsseldorf. Nun meldet sich auch der Naturschutz-Bund in der Diskussion zu Wort. Eine Übersicht zu den vielen Äußerungen im Gaslicht-Streit. Von Jörg Janssen und Arne Lieb

Die Ampel-Kooperation aus SPD, Grünen und FDP wird aller Voraussicht nach am Donnerstag das Aus für viele Gaslaternen beschließen - allerdings mit einer Änderung, für die ein Ergänzungsantrag eingebracht wird: 2016 soll für jeden Bezirk einzeln unter Beteiligung der Bürger entschieden werden, welche Laternen bleiben. So will man den Gaslicht-Befürwortern entgegenkommen. Mindestens 4000 von 14.600 Gaslaternen sollen bleiben, die anderen werden durch strombetriebene Laternen ersetzt. In dem Streit haben sich viele Interessensvertreter zu Wort gemeldet, gestern auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Eine Übersicht:

Dirk Jansen, Geschäftsleiter vom BUND NRW, vor einer Gaslaterne an der Suitbertusstraße. Er findet: Es gibt effizientere Klimaschutz-Projekte als die Umrüstung der Laternen. FOTO: Bretz, Andreas (abr)

BUND Die Naturschützer fordern zwar, dass auch die Straßenbeleuchtung langfristig klimaneutral wird, etwa durch Biogas. Der Verband findet es aber "nicht überzeugend", wenn der Klimaschutz als Grund für das Aus der Gasleuchten angeführt wird. Angesichts von Kohlendioxid-Emissionen in Düsseldorf von insgesamt jährlich etwa 4,8 Millionen Tonnen falle eine Reduktion durch den Ersatz der Gasleuchten mit jährlich 13.000 Tonnen kaum ins Gewicht.

Sabine Humpert-Kalb vom Beirat für Behinderte vor einer Elektrolampe am Botanischen Garten. Sie meint: Das schwache Gaslicht ist gefährlich. FOTO: Andreas Bretz

Senioren/Sehbehinderte Sicherheit geht vor Schönheit: So lässt sich die Meinung der Interessenvertretungen der Senioren und Behinderten zusammenfassen. "Zwischen den Laternen mit dem alten Gaslicht gibt es dunkle, schlecht ausgeleuchtete Stellen. Ich selbst bin schon über bepflanzte Kübel gestolpert, habe mir einmal sogar den Fuß gebrochen", sagt Sabine Humpert-Kalb, die im Beirat für Behinderte die Interessen der Düsseldorfer mit Sehproblemen koordiniert. Deshalb setzt sie auf die moderne und helle LED-Beleuchtung. Zu einer weitreichenden Umrüstung bekennt sich auch der Seniorenrat. "Die Umrüstung - außer auf historischen Plätzen und Straßenzügen - trägt zur Sicherheit der Bevölkerung bei", sagt Vorsitzender Georg Jungbluth.

Denkmalschützer Historiker und Denkmalschützer erinnern an die geschichtliche Bedeutung des Gaslichts. Es handelte sich um die erste Straßenbeleuchtung. Die Denkmalschützer im Kulturausschuss bewerten den Vorschlag unterschiedlich. Wolfgang Döring lobt, dass der Bedeutung des Gaslichts durch den Kompromiss Rechnung getragen werde, Bernd Bramlage würde sich mehr erhaltene Laternen wünschen. So sieht es auch Reinhard Lutum, Vorsitzender des Rheinischen Amts für Denkmalpflege. Er hat mit den Düsseldorfer Jonges einen Alternativvorschlag mit rund 10.000 Gaslaternen erarbeitet.

Heimat- und Bürgervereine Neben den Jonges setzen sich auch andere Heimatvereine für das Gaslicht ein. So hat der Heerdter Bürgerverein die Ratsmitglieder angeschrieben.

Jonges demonstrieren für Gaslaternen

Steuerzahler-Bund Die Interessensvertreter der Steuerzahler kritisieren den Vorschlag, den die Verwaltung erarbeitet hat. Nach Ansicht des Vereins sind die Schätzungen zu den Kosten der Umrüstung zu niedrig angesetzt. Zudem fehle bislang eine ausreichende Beteiligung der Bürger.

Quelle: RP
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