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Düsseldorf
Fünf Düsseldorfer müssen Abschied nehmen

Düsseldorf: Fünf Düsseldorfer müssen Abschied nehmen
Marion Warden (SPD) umarmt Oberbürgermeister Thomas Geisel. FOTO: Andreas Endermann (3)
Düsseldorf. Marion Warden, Martin-Sebastian Abel, Walburga Benninghaus und zwei Piraten haben den Wiedereinzug nicht geschafft.

Die Reihe der Düsseldorfer Vertreter im neuen NRW-Parlament verändert sich an einigen Stellen. Fünf Politiker aus der Landeshauptstadt werden ihre Büros in den nächsten Tagen räumen müssen, weil sie das Direktmandat nicht gewonnen haben, ihr Listenplatz nicht ausreicht oder ihre Partei keine fünf Prozent der Stimmen holte.

Marion Warden, SPD: Trost kam für die im westlichen Wahlkreis unterlegene Sozialdemokratin von höchster kommunaler Stelle. Oberbürgermeister Thomas Geisel umarmte Marion Warden gegen 21 Uhr, als abzusehen war, dass die Abgeordnete gegen Angela Erwin unterliegt. "Wenn der Trend in eine andere Richtung geht, wird es sehr schwer, etwas dagegen zu tun", sagte Warden, nachdem sie Erwin zum Sieg gratuliert hatte. "Wir hätten mehr angreifen müssen und Themen wie Sicherheit, Wohnen oder Bildung mehr nach vorne bringen müssen." Warden hat, bevor sie 2012 in den Landtag ging, als Kommunalbeamtin gearbeitet, sie wird nun in die Verwaltung zurückkehren. Zugleich bleibt sie politisch aktiv. "So etwas spornt mich an, jetzt erst recht", sagte sie.

Walburga Benninghaus war als Direktkandidatin im Düsseldorfer Süden angetreten. FOTO: Endermann Andreas

Walburga Benninghaus, SPD: Die Sozialdemokratin, die 2012 den südlichen Wahlkreis direkt geholt hatte, konnte ihre Niederlage gegen Peter Preuß gestern Abend nicht erklären. Sie lag mit ihrem Ergebnis über dem Landes- und dem Stadtschnitt, am Ende fehlten ihr dennoch rund drei Prozent. "Ich weiß nicht, was da passiert ist. Wir sind von der Welle der CDU einfach weggespült worden", sagte die 62-Jährige. Sie will sich nun eine Auszeit nehmen, um die Niederlage zu verarbeiten, um sich klar zu werden, wie es für sie weitergeht. "Ich werde sicher wieder in meinem Beruf als Sozialpädagogin arbeiten, politisch habe ich jetzt erst einmal kein Mandat mehr."

Martin-Sebastian Abel, Grüne: Für den erst 32-Jährigen ist das Thema Landtag nach fünf Jahren vorbei, Listenplatz 18 wird keinesfalls für den Wiedereinzug reichen. Wie er sich nun beruflich weiter orientieren wird, weiß Abel noch nicht. Gestern Abend haderte er erst einmal mit dem enttäuschenden Ergebnis - und sah das Auftreten der eigenen Fraktion und der rot-grünen Landesregierung kritisch. "Wir müssen uns überlegen, ob wir zu stark wie eine Partei wirken, die alles vom Staat regeln lassen will", sagte Abel und regte an, dass die Grünen doch an mehr Stellen auf "Marktmechanismen" setzen sollten. Der Theologe hatte sich in der Fraktion unter anderem um das Thema Tierschutz gekümmert, einen weiteren Schwerpunkt hatte er auf die Finanzpolitik gelegt.

Martin-Sebastian Abel (Grüne) saß fünf Jahre lang im Landtag. FOTO: Endermann Andreas

Oliver Bayer und Marc Olejak, Piratenpartei: Für die Düsseldorfer Piraten war schon länger absehbar, dass sie es nicht wieder ins NRW-Parlament schaffen, weil sie die Fünf-Prozent-Hürde deutlich rissen. Oliver Bayer hatte mit sieben verschiedenen Haarfarben (Blond, Hellorange, "Virgin Pink", "Violet Dream", Blond, "Sunset Orange", Orange mit Rot, "Purple Rain") im Wahlkampf versucht, dies abzuwenden, am Ende reichte es aber nicht für weitere fünf Jahre. Bayer will die Haare noch über den Sommer bunt lassen, dann wird er zu seiner natürlichen Farbe Braun zurückkehren. Der Politik und den Piraten will er auch langfristig treu bleiben, beruflich wird er zu seinem früheren Arbeitgeber, einem Forschungsdienstleister in der Airport-City, zurückkehren. Für seinen Düsseldorfer Fraktionskollegen Marc Olejak ist im Landtag jetzt ebenfalls Schluss.

(arl/hdf)
 
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