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Düsseldorf
Fünf Intensiv-Stationen rollen fürs Rote Kreuz

Düsseldorf: Fünf Intensiv-Stationen rollen fürs Rote Kreuz
Die Rettungsassistenten Daniel Schuch und Tobias Spaltner demonstrieren an einer Puppe die Patientenbetreuung im Intensivmobil des DRK. FOTO: David Young
Düsseldorf. 1,5 Millionen Euro hat das Deutsche Rote Kreuz an der Erkrather Straße in einen der modernsten Stützpunkte des Landes investiert. Mit den Intensivmobilen können Patienten, die beatmet werden, verlegt werden.  Von Stefani Geilhausen

Die Uni-Klinik genießt als Herzzentrum einen weit über die Stadtgrenzen hinausgehenden guten Ruf. Deshalb werden dort auch viel mehr Menschen am Herzen operiert, als die Klinik aufnehmen kann. Für sie gibt es die rollenden Intensiv-Stationen, die Frischoperierte noch unter Beatmung in ihr Heimatkrankenhaus zurückbringen.

Der größte Anbieter der Region ist das Deutsche Rote Kreuz. 1000 solcher Intensivverlegungen fahren die fünf speziell ausgerüsteten Transporter (Stückpreis rund eine halbe Million Euro) jedes Jahr, sagt DRK-Rettungsdienstleiter Oliver Kowa; Tendenz: steigend. "Mit der zunehmenden Spezialisierung der Krankenhäuser wächst auch die Zahl der Patiententransporte zwischen den Kliniken. Dafür sind wir da."

Schon vor anderthalb Jahren hat das Düsseldorfer DRK ihr fünftes Intensivmobil in der Mini-Wache an der Ludwig-Beck-Straße in Betrieb genommen und gehofft, die Flotte bald auch vernünftig unterzubringen. Doch die Erweiterung der Rettungswache an der Erkrather Straße dauerte dann doch länger, im Prinzip, sagt Kowa, "war es eine Kernsanierung". Rund 1,5 Millionen Euro hat der Verband in den Stützpunkt investiert, der nun "einer der modernsten des Landes" ist, wie Olaf Lehne, Kreisvorsitzender des DRK, gestern stolz verkündete. Da wurde die neue Rettungswache in Anwesenheit von Gesundheitsstaatssekretär Karl-Josef Laumann, Bürgermeister Friedrich G. Conzen und zahlreichen Kommunalpolitikern aus Düsseldorf und der Region in Betrieb genommen. Mit dem Aufbau des "spezialisierten Nischenangebots" der rollenden Intensivmedizin habe das DRK schon in den 1970ern begonnen, sagte Lehne. "Viele Patienten wären ohne dieses Angebot nicht verlegungsfähig."

Dabei geht es nicht bloß um Frischoperierte, sondern um nahezu jeden Patienten, der beatmet werden muss. ALS-Erkrankte oder Querschnittgelähmte werden häufig vom DRK in Reha-Zentren und zurückgebracht. Die Intensivmobile garantieren, "dass unterwegs das Versorgungsniveau nicht fällt", sagt Kowa.

5066 Intensivverlegungen hat die Leitstelle der Düsseldorfer Feuerwehr - sie disponiert den Rettungs- und Krankentransport in der Stadt - im vergangenen Jahr registriert. Einen Teil davon gibt sie an Hilfsorganisationen wie Malteser, Johanniter, ASB und eben das DRK, das zudem auch in den Kreisen Neuss und Mettmann sowie in Duisburg eingesetzt wird. 35 Rettungsassistenten sind am Düsseldorfer Stützpunkt beschäftigt, in einem Notarzt-Pool sind bis zu drei Honorarmediziner in Bereitschaft, um Intensivtransporte zu begleiten. Weil deren Kernzeit zwischen 10 und 17 Uhr liegt und die meisten Verlegungen geplant sind, reichen die Fahrzeuge derzeit gut aus, sagt Kowa. Für ungeplante und "zeitkritische" Einsätze gebe es ja noch die Feuerwehr.

Quelle: RP
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