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Andrea Abbing
"Für Essen brauchst du keine Sprache"

Düsseldorf. Oberbilk (wehr) Am Freitag findet in den Atelierräumen des Vereins Königinnen und Helden, Siemensstraße 26, um 17 Uhr das erste "Internationale Abendbrot" statt. Organisiert hat es Andrea Abbing.

Die Veranstaltung organisieren Sie gemeinsam mit einer internationalen Mädchengruppe. Was sind das für Mädchen?

Abbing Das sind acht Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren, die alle die Hauptschule Schmiedestraße besuchen. Sie sind seit vier Monaten in dem Projekt, das mit Geldern des Bundesprogramms "Demokratie leben!" umgesetzt wurde. Das Abendbrot ist die Abschlussveranstaltung. Alle Mädchen verbindet, dass sie eine Fluchtgeschichte haben. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern, einige von ihnen sprachen, als sie zu uns kamen, nur sehr wenig Deutsch.

Warum war Ihnen dieses Angebot nur für Mädchen so wichtig?

Abbing Weil es für die Mädchen besonders schwierig ist, Zugang zu der neuen Kultur, der hiesigen Gesellschaft zu bekommen. Jungs gehen in den Fußballverein und finden darüber Anschluss. Die Mädchen hingegen bleiben in erster Linie zu Hause und helfen den Eltern.

Die Gruppe traf sich regelmäßig alle zwei Wochen in den Atelierräumen von Königinnen und Helden. Was haben Sie zusammen gemacht?

Abbing Gebastelt, gebacken, gekocht und natürlich auch geredet. Weil alle aus verschiedenen Ländern kommen, mussten sie zwangsläufig deutsch sprechen. Mittlerweile konnten wir teilweise auch schon ihre Mütter einbinden. Manche von ihnen haben schon für unsere Kinder gekocht. Essen ist ein guter Türöffner. Für Essen brauchst du keine Sprache.

Kochen Sie im Gegenzug auch mal was typisch Deutsches?

Abbing Natürlich, das haben sich die Mädchen sogar ausdrücklich gewünscht. Ich habe dann zum Beispiel mal Rinderrouladen gemacht, ohne Speck. Oder Rinderfrikadellen mit Kartoffeln und Kohlrabi.

Und was für Speisen werden beim Internationalen Abendbrot gereicht?

Abbing Die Mädchen haben Brot gebacken. Dazu wird es zum Beispiel Kräuterquark geben, den wir in kleinen Gläschen servieren. Aber natürlich auch marokkanischen Minztee, wir sind ja schließlich hier in Oberbilk an der Quelle.

Ist für die Zukunft eine Wiederholung angedacht?

Abbing Ich würde das total gerne regelmäßig machen. Vielleicht so alle sechs Wochen. Und im Sommer natürlich draußen, auf dem Lessingplatz.

Quelle: RP
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