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Düsseldorf
Gänse werden nicht geschossen

Düsseldorf. Die Umweltdezernentin will andere Mittel gegen die Überpopulation suchen.

Die Stadt wird keine Genehmigung zum Abschuss der Kanadagänse erteilen - auch wenn die Ausbreitung der Art immer mehr zum Problem wird. Dies sagte Umweltdezernentin Helga Stulgies im Stadtrat. Sie kündigte zugleich an, im kommenden Frühjahr ein "längerfristig angelegtes" Konzept zum Umgang mit den Tieren vorzustellen. Insbesondere im Zoopark mehrten sich zuletzt die Beschwerden über Verunreinigungen und Schäden durch die Tiere.

Die Kanadagans breitet sich in Düsseldorf mit hohem Tempo aus. Das zeigen die Daten des Umweltamts. Seit dem Start der Messungen im Jahr 2008 hat sich die Zahl der Tiere in den Parkanlagen auf zuletzt 966 verdreifacht. Im gesamten Stadtgebiet hat sich die Population der größten in Europa verbreiteten Gänseart in den vergangenen acht Jahren auf 1400 Tiere verdoppelt.

Die Auswirkungen werden zum Problem in den Grünanlagen, insbesondere im Zoopark, in dem rund um den Weiher viele Wasservögel leben. Die Stadtverwaltung spricht von einer Vielzahl von Beschwerden. Parks sind durch Kot verdreckt, Spielplätze nicht nutzbar. Zudem leiden die Pflanzen an den Ufern. Nun will man reagieren und Pläne im Umweltausschuss und im Naturschutzbeirat vorstellen.

Der Abschuss der Tiere, den Jäger gefordert hatten, ist dabei aber nicht in der Diskussion, wie die Verwaltung auf Anfrage der Fraktion "Tierschutz Freie Wähler" jetzt mitteilte. In keiner Kommune in Deutschland habe dieser Schritt zu einer nachhaltigen Verringerung des Bestands geführt.

Da sich die Kanadagans im ganzen Land ausbreitet, erhofft sich die Stadt Tipps aus anderen Kommunen. Auf Düsseldorfer Initiative tagt ein Arbeitskreis beim Landesumweltamt, an dem umliegende Städte teilnehmen, es gibt auch weiteren Austausch. Noch in diesem Jahr werde man das Konzept erstellen, so Stulgies. Nach dem Jahreswechsel werde es veröffentlicht.

(arl)
 
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