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Spielemesse
Düsseldorfer Pioniere auf der Gamescom

Gamescom in Köln: Viele Pioniere kommen aus Düsseldorf
In welcher Welt diese Herren gerade sind, bestimmen sie selbst. Ist es ein kleines Dorf bei Bonn, die Sahara oder ein Musikvideo, das sich um sie herum abspielt? Mit Virtual-Reality-Brillen ist vieles vorstellbar. FOTO: Present4D
Düsseldorf. Auf der größten Computerspielemesse der Welt in Köln sind auch einige Düsseldorfer vertreten. Sie setzen Maßstäbe: bei futuristischen Präsentationen, Studiengängen oder Simulationsspielen. Von Henning Rasche

Dass mehr Englisch als Deutsch gesprochen wird, nimmt man schnell wahr. Koreaner fachsimpeln mit Schweizern, Deutsche lästern mit Amerikanern. Die Gamescom 2015, die größte Computerspielemesse der Welt in Köln, ist ein internationaler Magnet.

Doch in der Branche spielen längst nicht nur japanische oder kanadische Unternehmen eine Rolle. Auf der Gamescom präsentieren sich auch etliche Düsseldorfer, die teilweise in ihrem Bereich den Ton maßgeblich mitbestimmen.

So könnte eine Business-Präsentation der Zukunft aussehen. Noch vor dem Baubeginn gehen Kunden virtuell in einem Kraftwerk umher. Richten sich die Augen auf ein Symbol, reagiert das Programm, und das nächste Modul öffnet sich.

Am Stand von Present4D laufen Besucher schnell vorbei, so klein ist er. Doch die lange Schlange der Menschen, die sich alle einmal die riesige Brille aufsetzen wollen, um in eine andere Welt zu verschwinden, macht aufmerksam. Michael Gerards setzt die 350 Euro teure Oculus Rift abwechselnd auf verschiedene Nasen. Es handelt sich dabei um eine Beta-Version, also ein Entwicklungsmodell einer Virtual-Reality-Brille. Damit tauchen die Nutzer der Brille an einen anderen, möglicherweise tausende Kilometer entfernten Ort ab.

Virtual Reality, also virtuelle Realität, ist das große Thema auf der Gamescom. Allerdings vor allem im Bereich der Computerspiele. Was Thomas Trzaska mit seinen Kollegen Michael Gerards und Markus Prenneis in Wersten allerdings entwickelt, ist für die "Old Economy" bestimmt, wie sie sagen.

Impressionen der Gamescom 2015 in Köln FOTO: dpa, htf

Das bedeutet, dass Energiekonzerne, Banken oder Architekten zukünftig ihren Kunden keine Text-Präsentationen mehr mit dem Beamer zeigen, sondern mit Virtual-Reality-Brillen. Das ist, was sich Gründer Thomas Trzaska wünscht. Kunden schauen im 360-Grad-Blick umher, sehen schon das in Planung befindliche Kraftwerk durch die Brille, als wären sie direkt vor Ort. Dreht sich der Kopf, dreht sich auch die virtuelle, gespielte Realität.

Tim Bruysten ist Professor für Gamedesign an der Hochschule für Mediadesign Düsseldorf am Oberbilker Markt. Auf der Gamescom lehnt er sich etwas zurück, lässt seine Studenten alles machen. Gamedesign ist ein Studiengang, der 2004 bereits in Düsseldorf erfunden wurde. Die Studenten lernen vor allem drei wichtige Dinge zur Entwicklung eigener Computerspiele, verrät Bruysten. Also etwa wie viele Levels das Spiel benötigt und wie es programmiert oder designt wird. 150 junge Menschen studieren das derzeit in Düsseldorf auf Bachelor. "Abends müssen wir die manchmal rausschmeißen", erzählt Bruysten. So besessen seien seine Studenten. Für die Gamescom haben die Zweit- bis Fünftsemester ein paar Spiele mitgebracht, die Besucher testen dürfen. Alles haben die Nachwuchsentwickler selbst gemacht. "Jeder soll die Chance bekommen, sich richtig reinzuhängen", findet Bruysten.

Und dann wäre da natürlich noch Ubisoft. In Halle 6.1 dominieren die berühmten Spiele des Unternehmens, dessen deutscher Sitz in Stadtmitte ist. "Anno 2205" heißt das Aushängeschild auf der Gamescom, ein Simulations-/Strategiespiel, das erst im November erscheint. Wohl auch deswegen stellen sich die Spielwütigen mehrere Stunden an, um mal zu testen, wie sich in 200 Jahren der Mond besiedeln lässt. "Anno 2205" ist im Düsseldorfer "BlueByte"-Studio programmiert und entwickelt worden.

Quelle: RP
 
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