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Düsseldorf
Ganz cool bleiben unterm Dach

Düsseldorf: Ganz cool bleiben unterm Dach
Energieberaterin Beate Uhr zeigt mit einer Wärmebildkamera, wie Hitze in die Wohnung kommt. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Verbraucherberatung hat viele Tipps für die Bewohner von Dachgeschosswohnungen. Sie bietet Beratung und den Einsatz einer Wärmebildkamera. Von Ute Rasch

Die beiden Studentinnen Jule und Meike besichtigten ihre künftige Wohnung an einem kühlen Wintertag. Da empfanden sie die Temperaturen im Dachgeschoss des Hauses in Friedrichstadt als angenehm. Heute, wenige Monate später, läuft ein großer Ventilator im Dauerbetrieb, alle Fenster der Wohnung sind geöffnet. "Ohne Durchzug halten wir es gar nicht aus." Menschen, die unterm Dach leben, leiden im Sommer - ihnen bietet die Verbraucherzentrale jetzt eine spezielle Beratung, um der nächsten Hitzewelle ganz cool zu begegnen.

Beate Uhr von der Energieberatung der Verbraucherzentrale ist viele Stufen zur Dachwohnung der beiden Studentinnen hochgestiegen. Mit dabei ihr wichtigstes Utensil: die Wärmebildkamera. Aber bevor die zum Einsatz kommt, lobt sie erst mal die Sofortmaßnahmen: "Durchzug ist richtig, solange es draußen nicht deutlich wärmer als drinnen ist." Bei Temperaturen von über 30 Grad aber sollten tagsüber die Fenster geschlossen bleiben. Der Ventilator wird von der Architektin ebenfalls als sinnvoll eingeschätzt, "er sorgt für ein Gefühl von kühler Frische auf der Haut." Außerdem sei er sparsam im Energieverbrauch und somit kostengünstig.

In jedem Sommer bietet die Verbraucherberatung ihren Hitze-Check in Dachgeschosswohnungen an. Hausbesitzer hätten dabei grundsätzlich mehr Möglichkeiten, ihnen rät Beate Uhr vor allem zur Wärmedämmung des Daches. "Immer wenn eine Fassade saniert wird oder ohnehin Dacharbeiten anliegen, sollte man auch einen Dämmschutz einplanen, das ist zweifellos das beste Mittel." Mit einem doppelten Effekt: Im Sommer bleibt die Hitze draußen und im Winter die Wärme im Haus.

Ebenfalls Sache des Vermieters ist Sonnenschutz, der außen angebracht wird, wie Jalousien, Rolläden und Markisen. "Das ist besonders sinnvoll, weil die Hitze dann von den Glasscheiben ferngehalten wird." Das gilt vor allem für schräge Dachfenster, die wegen der Höhe selten von Bäumen beschattet werden und auf die die Strahlen ungehindert senkrecht treffen.

Um versteckte Hitzenester in der Dachwohnung aufzuspüren, kommt nun die Wärmebildkamera zum Einsatz. Sie misst in der Küche der beiden Studentinnen an einem nur mäßig warmen Tag in dieser Woche 26,3 Grad, am Fenster in der Dachgaube aber gleich sechs Grad mehr. Im Bad zeigt das Wärmebild dann knallrote Partien: Hitzealarm! Beate Uhr misst unterhalb des Fensters bis zu 41 Grad - "das sind die Metallkanten am Fenster, auf die die Sonne ungehindert knallt."

Den beiden Bewohnerinnen rät die Fachfrau erst mal zu provisorischen Mitteln: die Fenster mit nassen Tüchern zu kühlen. Außerdem sei es hilfreich, alle Wärmequellen in der Wohnung auszuschalten, Glühbirnen durch Energiesparlampen auszutauschen, Fernseher und Computer nicht im Stand-by-Modus zu lassen. Zu verdunkelnden Folien an den Scheiben rät Beate Uhr dagegen nicht. "Die schlucken 80 Prozent des Lichts, wer will schon gerade im Sommer in einer dunklen Wohnung leben?" Außerdem müsse man dann wieder Licht einschalten und damit eine Wärmequelle.

Jule und Meike jedenfalls haben erst mal alles richtig gemacht. Sie hoffen nun, dass ihr Vermieter irgendwann das Dach isoliert - damit sie bei ihrem Studium einen kühlen Kopf bewahren.

Quelle: RP
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