| 08.26 Uhr

Graf-Adolf-Platz bleibt bis Montag gesperrt
GAP 15: Fassadenteile stürzten in die Tiefe

Düsseldorf (dto). Auf dem Bürgersteig vor dem Haus Nr. 5 am Graf-Adolf-Platz liegen nur noch ein paar Glasscherben. Es sind die Überreste eines 400 Kilogramm schweren Glasfensters, das sich schon am Donnerstagabend aus dem Hochhaus GAP 15 gelöst und in das gegenüberliegende Haus geflogen ist. Verletzt wurde dabei niemand. Aus Sicherheitsgründen bleibt der gesamte Graf-Adolf-Platz bis mindestens Montag um 6 Uhr gesperrt.

Ein Mitarbeiter der Bauleitung hatte den Vorfall bereits am Abend bemerkt, warum erst am Freitagmorgen der Feuerwehr gemeldet wurde, ist unklar.

Nachdem Fassadenteile des neuen Hochhauses GAP 15 am Graf-Adolf-Platz abgebrochen und in die Tiefe gestürzt sind, wurde der verkehrsreiche Platz am Freitagmorgen voll gesperrt. Wie lange die Sperrung andauern wird, konnte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen noch nicht sagen. Derzeit kommt es dort zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Dass das gläserne Fassadenteil aus der 19. Etage nach unten stürzte, lag offenbar an den starken Winden in der vergangenen Nacht. Das Gebäude befindet sich noch im Rohbau. Das 400 Kilogramm schwere und 3,50 mal 1,35 Meter große Teil der Außenfassade stürzte auf eine gegenüberliegende Hauswand. Derzeit untersuchen Spezialkräfte der Feuerwehr, ob möglicherweise noch weitere Glaselemente der Fassade durch den Sturm gelöst wurden und abzustürzen drohen. Die Höhe des Sachschadens ist derzeit noch nicht bekannt.

Die Bauleitung Hochtief erklärte am Freitagmorgen, dass sich am Donnerstagabend ein Teil der Außenfassade gelöst hatte. Ein Mitarbeiter hatte dies bei einem Rundgang durch den Rohbau bemerkt. Warum aber die Feuerwehr nicht bereits am Donnerstagabend alarmiert wurde, ist unklar. "Das wird noch geprüft", so Bernd Pütter, Sprecher von Hochtief. Als Ursache für den Sturz Glaselements schloss er Material- sowie Montagefehler nicht aus. Noch am Morgen wurde seinen Angaben zufolge eine Spezialfirma beauftragt, die 13 500 Quadratmeter große Glasfront auf weitere Sicherheitslücken zu überprüfen.

Aus Sicherheitsgründen wurde der Platz um 7.30 Uhr komplett gesperrt. Die gesamte Fassade muss überprüft werden, ob sich möglicherweise weitere Glasfenster lösen können. "Bisher wurden zwei Fenster gefunden, an denen ungewöhnliche Windgeräusche bemerkt wurden", so Pütter weiter. In den nächsten Stunden werden Höhenretter der Feuerwehr das Gebäude prüfen und Netze anbringen. So soll verhindert werden, dass weitere Fassadenteile auf die Straße fliegen.

Durch die Sperrung, deren Dauer derzeit nicht abzusehen ist, kommt es nicht nur für Autofahrer zu erheblichen Behinderungen. Auf allen Straßen, die zum Graf-Adol-Platz führen haben sich erhebliche Staus gebildet. Die Polizei bittet Autofahrer, den Bereich möglichst weiträumig zu umfahren. Ddas gestaltet sich allerdings schwer, da sich selbst auf den Rheinbrücken im Innenstadtbereich Staus durch die Sperrung des Graf-Adolf-Platzes gebildet haben.

Auch Straßenbahnen und Busse können derzeit nicht über den Graf-Adolf-Platz fahren und müssen umgeleitet werden. Betroffen sind die Rheinbahnlinien 703, 704, 706, 709, 706, 712, 713, 715, 719 sowie die Busse der BVR (siehe Extra-Meldung). Die Oberleitungen der Straßenbahnen seien nach derzeitigen Erkenntnissen durch den Absturz des Fensterlelementes nicht beschädigt worden.

Die Glasfassade war erst im November vergangenen Jahres fertiggestellt worden. Die Glaselemente haben ein Breite von 1,35 Meter und sind 3,50 Meter hoch. 3.100 Fenster solcher Fensterelemente wurden an der Fassade des 90 Meter hohen Gebäudes montiert, das insgesamt über 24 Etagen verfügt. Fertig werden soll GAP 15 nach einer Bauzeit von gut zwei Jahren im Sommer 2005. Der Grund dafür, dass der Glasturm so schnell in die Höhe schießen konnte, liegt in der besonderen Konstruktionsweise. Das Bauunternehmen Hochtief nutzte die so genannte Deckelbauweise. Dabei wird nach Erstellung eines Betondeckels parallel nach unten und oben gebaut. GAP steht im übrigen für Graf-Adolf-Platz und 15 für die Hausnummer.


Rheinbahn fährt Umleitung auf allen Linien, die den GAP kreuzen:

Voraussichtlich bis Samstag Morgen  muss die Rheinbahn alle Straßenbahnlinien umleiten, die den Platz kreuzen.

Die Linien 704 und 709 fahren ab der Haltestelle "Bilker Kirche" über die Strecke der Linie 708 zum Hauptbahnhof.

Die Linien 703 und 713 wenden bereits am Jan-Wellem-Platz und fahren wieder zurück Richtung Gerresheim.

Die Linien 706 und 712 werden in beiden Richtungen über die Corneliusstraße und die Berliner Allee umgeleitet.

Die Linie 715 fährt ebenfalls über die Berliner Allee zum Jan-Wellem-Platz und zurück. 

Die Linie 719 fährt vom Hauptbahnhof kommend, über die Berliner Allee zum Jan-Wellem-Platz, wendet dort und fährt wieder zurück.

Auf der Linie 725 sind zwischen Hauptbahnhof und Polizeipräsidium zusätzliche Busse zur Entlastung im Einsatz.

Aufgrund der Sperrung für den Autoverkehr können leider auch keine Ersatzbusse über den Graf-Adolf-Platz fahren. Vor Ort informieren Fahrgastbetreuer die Kunden über die Änderungen.

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