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Düsseldorf-Süd
Garath bekommt Schnellbus zur Uni

Düsseldorf-Süd: Garath bekommt Schnellbus zur Uni
FOTO: Günter von Ameln
Düsseldorf-Süd. Im Nahverkehrsplan 2017 geht es auch um den barrierefreien Ausbau von Haltestellen wie an der Ickerswarder Straße. Von Andrea Röhrig

Bereits seit 2013 kämpft die Bezirksvertretung (BV) 10 dafür, dass die Rheinbahn eine Schnellbusverbindung zwischen Garath und der Heine-Uni einrichtet. Zum Winterfahrplanwechsel 2017/2018 soll sie nun kommen. In ihrer Sitzung am 29. November soll die BV die letzten Weichen stellen. Vor allem zum Streckenverlauf.

Denn es gibt zwei Varianten: Die eine führt ab Hellerhof S-Bahnhof über den Osten Garaths (Haltestellen: Dresdener Straße, Garath-Ost S) über die Münchner Straße zur Uni; die andere nimmt den Weg über den Westen (Haltestellen Dresdener Straße und Garath West S) über Koblenzer Straße und Südallee auf die Münchener Straße bis zur Uni. Die Rheinbahn präferiert die schnellere Ost-Führung. Mit der wäre man in einer Viertelstunde an der Uni; derzeit brauchen die Studierenden mehr als eine Stunde. Der Schnellbus soll montags bis freitags, 7 bis 10 und 15 bis 19 Uhr, im 20-Minuten-Takt verkehren.

Die Frage, die sich die Stadtteilpolitiker bei ihrer Entscheidung zur Streckenführung werden stellen müssen, ist die nach dem größeren Bedarf. Denn noch gibt es im Stadtbezirk 10 keine Studentenwohnungen. Im Stadterneuerungsprojekt "Garath 2.0" ist ein Ziel, den überalterten Stadtteil mit jungen Menschen zu beleben. Eine Möglichkeit für preiswertes studentisches Wohnen wäre die Nutzung des Hildegardisheimes in Garath Süd-West. Das nutzt die Caritas als Seniorenheim; doch sie will auf dem Gelände der Hoffnungskirche neu bauen, da ab Mitte 2018 80 Prozent der Zimmer in Altersheimen Einzelzimmer sein müssen.

Vom Tisch ist ein Halt des Schnellbusses in Benrath. Das würde den Bus deutlich langsamer machen. Zudem ist die Uni mit den Stadtbahn-Linien U71 und U83 direkt erreichbar. Das sehen auch die Vertreter der BV 9 ein, die sich auf Antrag von FDP-Vertreter Christoph Schork dem Wunsch ihrer Kollegen aus dem Stadtbezirk 10 nach einem Uni-Schnellbus angeschlossen hatten. Damit der Bus seinem Namen aber auch gerecht wird, unterstützen die Liberalen im Düsseldorfer Süden die Bitte der Rheinbahn, dass diese künftig auf der Münchener Straße den Standstreifen als temporäre Busspur nutzen kann. Diesem Anliegen - die Münchener Straße ist eine Bundesstraße - hat, so die Rheinbahn. bislang der Landesbetrieb Straße widersprochen. Selbst der Umbau der Kreuzung Münchener Straße/Ickerswarder Straße hat die Stausituation auf der Schnellstraße nicht wirklich entschärft. Ständig staut sich der Verkehr beispielsweise am Abend stadtauswärts vor der Kreuzung.

Wer an dieser Kreuzung im Stau steht, hat immerhin Zeit, sich die Situation der Behelfshaltestellen der Linien 731/735 anzusehen. Die hätten eigentlich schon nach Ende der Umgestaltung der Kreuzung im Spätsommer 2015 angegangen werden sollen. Doch passiert ist bislang nichts - sehr zum Ärger der Anwohner. Denn rund 100 Meter entfernt gibt es zwei Haltestellen, die nicht mehr angefahren werden - mit Dach und Sitzgelegenheit. Sogar die Fensterputzer kommen regelmäßig, da die Haltestellenwand vermarktet ist. Anfang des Jahres war der BV 9 die Planung für den Haltestellenbau vorgestellt worden. Die Politiker hatten Buchten anlegen lassen wollen. Das Amt für Verkehrsmanagement bleibt aber dabei, dass sie so genannte Fahrbahnrand-Haltestellen bauen lässt. In Richtung Münchener Straße kann der haltende Bus nicht überholt werden; in die andere Richtung soll das problemlos möglich sein. Für die Sitzung der BV 9 am Freitag teilte die Verwaltung auf CDU-Anfrage mit, dass die beiden Bushaltestellen im ersten Quartal 2017 ausgebaut werden sollen.

Auf wenig Interesse war vergangene Woche eine Informationsveranstaltung von Stadt und Rheinbahn zum Nahverkehrsplan 2017 gestoßen. Thematisiert von ÖPNV-Nutzern wurden dabei weniger die Planungen der Rheinbahn, sondern die mit dem Start der Wehrhahn-Linie erfolgten Änderungen im Straßenbahn-Verkehr nach Benrath. Seit Februar fahren statt der Hochflurbahn U74 nur noch die Niederflurbahnen U71 und U83 nach Benrath. Diese Streckenführung ist auf eine einjährige Probephase ausgelegt. Ihre Fortführung hängt von der Zukunft der Linie 708 ab. Dazu soll es im Frühjahr eine Fahrgastbefragung geben.

Doch letztlich interessiert die Pendler weniger die Streckenführung denn die Anschlussmöglichkeiten in Holthausen. So komme es sehr oft vor, dass die U74 an der Haltestelle Kamper Acker in dem Augenblick losfahre, wenn die aus Benrath einfahre, lautete die Kritik. Könne der Fahrer dann nicht warten? Laut Fahrplan hätte man nach Benrath fünf Minuten Zeit, in die andere Richtung sind es vier Minuten von der U83 zur U 74. Es kommt sehr oft zu Verspätungen.

Quelle: RP
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