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Lausward
Gaskraftwerk als Alternative

Lausward: Gaskraftwerk als Alternative
Auf der Lausward wird es in Zukunft kein neues Kohlekraftwerk geben. Die Stadwerke setzen jetzt auf den Bau eines Gasblocks. Diese Entscheidung könnte alle Interessen integrieren. FOTO: RP/Werner Gabriel
Düsseldorf. Nach der Ablehnung eines Kohleblocks für das Kraftwerk Lausward wünscht die Politik entscheidungsreife Konzepte. Die Vorteile für Erdgas als Energie überwiegen. Doch die Rentabilität macht Schwierigkeiten. Von Michael Brockerhoff

Der Druck auf die Stadtwerke wächst, Pläne für ein neues Gaskraftwerk Auf der Lausward entscheidungsreif zu machen. Denn der gesamte Rat und Umweltorganisationen lehnen einen Kohleblock ab. Deshalb müssten endlich Alternativen auf den Tisch, um Klarheit über die künftige Energieversorgung zu schaffen.

Warum soll ein neuer Kraftwerksblock gebaut werden? Auf der Lausward sind zurzeit zwei Blöcke in Betrieb, ein modernes Gaskraftwerk und ein alter Gasblock, der laut Stadtwerke in wenigen Jahren ersetzt werden muss. Bei dem Neubau spielen auch Überlegungen eine Rolle, das Fernwärmenetz zu erhalten oder auszubauen. Deshalb wollen die Stadtwerke eine Kraftwärmekopplung.

Welche Schwierigkeiten sehen die Stadtwerke bei einem Gaskraftwerk? In erster Linie sind es betriebswirtschaftliche Gründe. Der Preis, der für Erdgas bezahlt werden muss, ist zurzeit schwer zu kalkulieren. Je nach Bedarf und Höhe des Ölpreises können die Kosten schnell steigen. Langfristige Verträge mit Preisen innerhalb festgelegter Spannen sind heute nicht mehr abzuschließen. Die Stadtwerke prüfen jedoch nach RP-Informationen bereits seit einiger Zeit völlig neue Kooperationsmodelle mit Gasanbietern, um die Rentabilität eines Gaskraftwerks zu ermöglichen.

Was sind Nachteile eine Kohlekraftwerks? Zum einen belastet das Verfeuern von Kohle das Klima. Denn in einem Kohlekraftwerk wird etwa doppelt so viel CO2 freigesetzt wie in einem vergleichbaren Gaskraftwerk. Zum zweiten ist der Wirkungsgrad eines Kohlekraftwerks geringer. Er liegt bei einem modernen Kohleblock bei 45 Prozent, bei einem GuD-Gaskraftwerk (siehe Zweitartikel) aber bei etwa 60 Prozent. Zum dritten können die Turbinen nicht kurzfristig an- oder abgestellt und so die Stromerzeugung an den Bedarf angepasst werden. Ein Kohlekraftwerk eignet sich daher nur für den Grundlastbereich von Strom, Verbrauchsspitzen können nicht abgedeckt werden.

Warum ist ein flexibler Kraftwerksbetrieb nötig? Der Stromverbrauch ist nicht gleichmäßig hoch, morgens oder abends wird beispielsweise mehr verbraucht als in der Nacht. Neuerdings sind auch die regenerativen Energien zu berücksichtigen, die mehr und mehr ins Netz eingespeist werden. Wird bei einer Flaute beispielsweise weniger Strom durch Windkraft erzeugt, müssen konventionelle Kraftwerke die Lücke ausgleichen. Gaskraftwerke können dann schnell hochgefahren werden.

Was bringt eine flexible Produktion den Stadtwerken? Sie können beim Handel an der Strombörse besser mitmischen und zusätzlich erzeugten Strom zu guten Preisen verkaufen. Fachleute gehen davon aus, dass der Handel stark an Bedeutung gewinnen wird.

Wann ist ein alternatives Konzept der Stadtwerke zu erwarten? Einen genauen Termin nennen die Stadtwerke nicht. Aber möglichst bald sollen Zwischenergebnisse bekannt gemacht werden, sobald diese von den Gremien des Energieversorgers beraten und bewertet worden sind.

Quelle: RP
 
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