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Düsseldorf
Konflikt um Gaslaternen geht weiter

Hier gibt es Gaslaternen in Düsseldorf
Hier gibt es Gaslaternen in Düsseldorf FOTO: Schnettler
Düsseldorf. Bald soll der Stadtrat über die Zukunft der Gaslaternen entscheiden. Befürworter einer teilweisen Umrüstung auf LED-Technik und Gaslicht-Aktivisten werfen sich gegenseitig vor, mit falschen Fakten zu argumentieren. Von Arne Lieb

Den Anfang machte die vor kurzem gegründete "Initiative Düsseldorfer Gaslicht", die in der vergangenen Woche mit einem Rundschreiben die Diskussion neu befeuerte. Das Papier, das an alle Mitglieder des Stadtrats versandt wurde, will mit angeblichen "Vorurteilen" über Gaslicht aufräumen.

Die SPD-Fraktion reagierte mit einer "Klarstellung", in der sie wiederum die Einwände der Bürgerinitiative widerlegen möchte. Sie kritisiert an der Initiative eine "fehlende Bereitschaft, sich sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen". Auch nach einem weiteren Treffen des "Runden Tischs" im Rathaus sind die Fronten verhärtet. "Wir sind sicher, dass bei sachlicher Betrachtung der Abriss der Gaslaternen bald vom Tisch sein wird", so Lutz Cleffmann von der Bürgerinitiative. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP wird hingegen aller Voraussicht nach den Argumenten der Stadtverwaltung folgen und zustimmen, dass rund 10.000 der 14.600 verbliebenen Gaslaternen im Laufe der nächsten 25 Jahre auf LED-Technik umgerüstet werden.

Politiker und Bürgerinitiativen streiten weiter um die Erhaltung der Gaslaternen wie hier an der Hildebrandtstraße. FOTO: Andreas Endermann

Neben den Kosten für die Umrüstung ist zum Beispiel die Frage der Glühkörper ein Streitpunkt, bei dem beide Seiten inhaltlich weit auseinander liegen. Nach Angaben der Stadt ist man inzwischen für Nachschub auf einen Monopolisten aus Indien angewiesen, der bestehende EU-Regeln nicht befolge. "Das ist schlicht falsch", so die Bürgerinitiative. Es gebe auch andere Hersteller. Das räumt auch die Stadt ein, argumentiert aber, dass die Glühkörper anderer Hersteller bei Tests miserable Ergebnisse erzielt hätten. Die gesetzlich vorgeschriebenen Nachweise hätten diese zudem auch nicht erbracht.

Die Gasbeleuchtung soll nach den aktuellen Plänen nur in "Erhaltungszonen" bleiben, in denen auch die Bebauung als besonders erhaltenswert gilt.

Quelle: RP
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