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Düsseldorf
Gaslaternen: Sieg der Anwohner

Düsseldorf: Gaslaternen: Sieg der Anwohner
FOTO: RP, Werner Gabriel
Düsseldorf. Die Initiative zum Erhalt der Leuchten freut sich über die Unterstützung der Politik. Aber sie bleibt skeptisch, ob die Beschlüsse im Rat gefasst werden. Für die Anerkennung als Weltkulturerbe wird geworben. Von Michael Brockerhoff

Die Gründerzeitviertel der Stadt behalten ihren Charme, den ihnen die Gaslaternen verleihen. Auf diese Zusicherung von FDP und CDU, in der kommenden Ratssitzung die Erhaltung der etwa 4500 Altdüsseldorfer Leuchten festzuschreiben, reagieren die Befürworter dieser speziellen Düsseldorfer Beleuchtungstechnik mit Erleichterung, gemischt jedoch mit einem Schuss Skepsis. "Die Ankündigung ist gut, doch lasst nun Beschlüsse folgen", appelliert Gabriele Henkel an die Politiker.

Sie hatte allerdings gehofft, dass durch die breite Diskussion in Düsseldorf und in unserer Zeitung ein Sinneswandel erreicht werden könne, bei den historischen Gaslaternen auf eine Umstellung auf Strom zu verzichten. Die Gaslaternen mit ihrer besonderen Atmosphäre des warmen Lichtes "sind ein hohes immaterielles Gut, dass wir uns nicht wegnehmen lassen dürfen", sagte Henkel.

Emotional bewegt

Deshalb wird sich die Initiative, die sich für die Gaslaternen einsetzt, nach der Ankündigung der Politiker nicht zur Ruhe setzen. "Wir müssen viele Düsseldorfer davon überzeugen, dass die Gaslaternen einmalig sind und deshalb stehen bleiben müssen", erklärt Barbara Oxenfort.Je größer ein Netzwerk der Befürworter sei, desto weniger könnten es sich Politik und Verwaltung leisten, die Wünsche der Bevölkerung zu missachten. Und Barbara Oxenfort gewinnt täglich "neue Mitstreiter, die das Kulturgut erhalten wollen."Dass sich um die Schönheit und um die Kultur eine solch breite Diskussion entzündet hat, hält Dirk Schaper, Sprecher der Altstadtgemeinschaft, schon allein für bemerkenswert. "Das zeigt, dass viele emotional bewegt sind, und dass muss bei Entscheidungen berücksichtigt werden."

 Er selbst ist unentschieden, ob die historischen Leuchten original mit Gas betrieben oder mit LED-Leuchten ausgestattet werden. Aber wenn das Gaslicht in vielen Straßen weltweit einmalig sei, dann sei es für Düsseldorf wichtig, diese Besonderheit zu bewahren.Aus diesem Grund ist Georg Schumacher von der Initiative für Gasleuchten auch überzeugt davon, dass die Ausstattung ganzer Wohnviertel mit Gaslaternen von der Unesco als Weltkulturerbe anerkannt wird.

Die Initiative setze deshalb alles daran, dass ein entsprechender Antrag gestellt wird. "Für Düsseldorf wäre das ein riesiger Image-Gewinn." Unter diesem Gesichtspunkt sei der Nachteil für den Klimaschutz zu verkraften. Denn der CO2-Ausstoß durch Gasleuchten mache nur einen Promille-Anteil der gesamten Düsseldorfer Bilanz aus und könne durch Beteiligung an Klimaschutz-Initiativen kompensiert werden.Umweltschützer dagegen machen sich für eine Umrüstung stark. Denn die knapp 17 000 Gasleuchten setzten pro Jahr mehr als 15 000 Tonnen CO2 frei. Die Entlastung für das Klima sei groß.

Quelle: RP
 
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