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Leuchten heimlich ausgetauscht?
Gaslaternen: Streit um Tausch

Leuchten heimlich ausgetauscht?: Gaslaternen: Streit um Tausch
FOTO: RP, Werner Gabriel
Düsseldorf. Die Initiative Pro Gaslicht wirft der Stadt vor, sie ersetze heimlich Gaslaternen durch elektrische Leuchten. Die Verwaltung hält dem entgegen, dass nur defekte Anlagen aus Sicherheitsgründen provisorisch erneuert werden. Von Michael Brockerhoff

Die Initative Pro Gaslicht hegt einen schlimmen Verdacht. Die Stadtverwaltung montiere unter der Hand Gaslaternen ab und ersetze sie durch elektrische Leuchten, vermutet sie. Die Initiative begründet ihren Vorwurf mit Beobachtungen ihrer Mitglieder, die den Austausch von Laternen im Stadtgebiet beobachten und Listen führen. "Die Stadtverwaltung hat aber zugesagt, dass bis zu einem Grundsatzbeschluss des Rates Gaslaternen nicht abgebaut werden", sagte Georg Schumacher, Sprecher der Initiative.

Nur ein Provisorium

Diese Zusage gilt und wird auch eingehalten, erklärt Bernd Thomas, Referent im Planungsdezernat. "Wenn allerdings eine Laterne beispielsweis bei einem Unfall beschädigt wird, darf eine Laterne provisorisch durch eine elektrische ersetzt werden, damit die Sicherheit nicht beeinträchtigt wird", erklärt Thomas. Keinesfalls sei das eine endgültige Lösung, "die Betonung liegt auf Provisorium."

So haben beispielsweise in jüngster Zeit die Stadtwerke an der Straße Alt Niederkassel eine defekte Leuchte letztlich durch eine Gaslaterne ersetzt. Die Initiative hatte schon geargwöhnt, dass eine elektrische LED-Leuchte installiert werden solle.

Für den strittigen Ersatz von zwei Gaslaternen auf dem Hördtweg an der S-Bahnlinie durch elektrische Lampen an einem neuen Zebrastreifen gibt Thomas ebenfalls eine Erklärung: "Für einen Überweg ist besonderes helles Licht vorgeschrieben, das Gaslaternen nicht liefern." Aber mit Rücksicht auf die Initiative sei darauf verzichtet worden, die Beleuchtung am gesamten Hördtweg zu elektrifizieren.

Eindeutige Richtlinien im Umgang mit Gaslaternen wird es voraussichtlich Ende des Jahres geben. "Dann wird der Rat den Masterplan effiziente Straßenbeleuchtung verabschiedet haben", sagt Thomas. Dieser Masterplan wird ab Ende September in den Fachausschüssen des Rates diskutiert, zuerst im Umweltausschuss, weil es um Energieeffizienz geht. Der Verkehrs- und dann Planungsausschuss beschäftigen sich mit Sicherheitsaspekten und mit dem Stadtbild. Zuletzt untersucht der Kulturausschuss, ob die Gaslaternen ein herausragendes Kulturgut sind, das Düsseldorf bewahren muss.

Davon ist die Initiative Pro Gaslicht überzeugt. "Nur noch wenige Großstädte haben ein ausgedehntes Netz mit Gaslaternen wie Düsseldorf ", erklärt Schumacher. Diese Beleuchtung sorge für ein schönes Stadtbild und dokumentiere die Entwicklung der Straßenbeleuchtung im Zuge der Industrialisierung. Deshalb setzt sich die Initiative auch dafür ein, dass die Gasbeleuchtung als Weltkulturerbe anerkannt wird.

Quelle: RP
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