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Düsseldorf
Gastronom will 70.000 Euro von Pächterin

Düsseldorf. Im Prozess vor dem Landgericht zeigen sich beide Parteien stur.

Keine Chance auf Frieden gab es gestern vorm Landgericht im Prozess eines Großgastronoms (59) gegen eine seiner Pächterinnen. Konkret fordert der Kaufmann rückständige Mieten von fast 70.000 Euro von der Betreiberin eines Café-Restaurants am Rathausufer. Die Frau ließ über einen Anwalt aber ausrichten: Statt zu zahlen, würde sie sogar eigene Forderungen geltend machen, bevor sie das Lokal räumt und den Schlüssel übergibt. Nicht mal eine "Null-Lösung", bei der beide Seiten auf alle Zahlungen des anderen verzichten würden, kam zustande. Also geht die Verhandlung im November weiter.

Der Großgastronom sprach von "Betrug" und, dass die Pächterin über Monate hinweg nicht mal die geminderte Miete gezahlt habe, sondern gar nichts. Nach seiner Rechnung habe er (bis Oktober 2016) sogar 121.000 Euro von der Frau zu bekommen. Vergebens erwähnte die Richterin das Sprichwort von dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach. Sie ließ offen, ob es für den klagenden Kaufmann sinnvoll ist, auf den Forderungen zu bestehen - oder sich mit der Pächterin jetzt zu einigen und dafür den Lokal-Schlüssel für eine Neu-Verpachtung der Räume bald in Händen zu halten. Zwei Interessenten für jenes Lokal seien schon abgesprungen, weil die Pächterin die geforderte Räumung nicht mitmacht, schimpfte der Gastwirt. Auch seien enorme Investitionen in Küche und Ausbauten des Lokals inzwischen wertlos, die Einrichtung sei "jetzt nur noch Schrott". Und "jetzt will die Gegenseite von mir noch Geld verlangen dafür, dass sie endlich rausgeht", wetterte der Kläger. Unklar ist, ob es zwischen Pächterin und Kläger je eine mündliche Abmachung über "Sommerpacht" und eine deutlich geminderte "Winterpacht" gab und ob die Pächterin etliche Monatsmieten in bar beim Kläger bezahlt hatte. Beides ließ die Pächterin, die gestern zum Prozess nicht erschien, über ihren Anwalt vortragen. Da jeder Versuch einer Einigung scheiterte, muss der Prozess in den nächsten Wochen und Monaten fortgesetzt werden - womöglich mit Zeugenbefragungen und Dokumentenprüfungen zu jedem einzelnen der Streitpunkte.

(wuk)
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