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Die Woche In Den Stadtteilen
Gastronomen nehmen das Nachtleben von Flingern selbst in die Hand

Düsseldorf. Restaurant-Besitzer vermissen Orte für einen "Absacker" und nehmen jetzt mehr Bar-Charakter an.

Als Mani Kianzad Anfang des Jahres seine "Trinkhalle", eine Szene-Bar mit Musik-Acts und Tanzfläche, an der Ackerstraße schließt und das benachbarte Theater Flin wegzieht vom Hinterhof, scheint das einst bekannte, wenn nicht sogar berüchtigte Nachtleben in Flingern zum Erliegen zu Kommen. Gastronomen wie die des vietnamesischen "Zen"-Restaurants - ebenfalls an der Ackerstraße angesiedelt - wollen sich diese Tristesse nicht länger ansehen und werden jetzt selbst aktiv: Sie haben ihre Getränkekarte um viele weiche und harte Drinks und Cocktails erweitert, donnerstags gibt es sogar Live-Musik, und bei den Öffnungszeiten setzt man auch auf mehr Bar-Charakter. Heißt: Das Restaurant schließt nicht, wenn die Bäuche der Kunden voll sind, sondern gut und gerne erst 2 Uhr morgens. Auch das "Noha"-Restaurant will Nachtschwärmern einen Ort bieten, schließt freitags und samstags zum Beispiel erst gegen 2 Uhr in der Früh, zudem gibt es elektronische Musik mit Djs. An der Alberstraße in Flingern tut sich ebenfalls etwas: Dort hat vor kurzem das "Prinz Albert" eröffnet. Auch dort ist man nämlich der Meinung, dass es im Stadtteil, wenn nicht sogar in der ganzen Stadt, kaum noch einen Ort gibt, an dem man sich in den Nachtstunden aufhalten und eine gute Zeit haben kann. Öffnungszeiten dort: bis gut 4 Uhr. Und immer wieder legen DJs auf, gibt es eben nicht nur Musik von der CD.

Das Nachtleben in Flingern scheint ein Revival zu erleben. Und das ist auch gut so. Denn wer den Ruf als Szene- und Ausgeh-Viertel halten will, sollte nicht nur auf Cafés und Restaurants setzen, sondern auch auf Bars oder zumindest doch Gastronomie-Einrichtungen mit Bar-Charakter, in denen durchaus mal DJs auflegen oder sogar Live-Musik angeboten wird.

In den vergangenen Jahren hat sich das Nachtleben von Düsseldorf stark verändert, und das nicht unbedingt nur zum Guten. Viele "Häuser" gerade für Nachtschwärmer sind weggefallen, weil das Konzept bei den Gästen nicht angekommen ist, oder weil man Platz machen musste für Großbauprojekte, darunter so bekannte Ausgeh-Adressen wie Les Halles, Attic, Kö 28, 3001, Foyer und eben auch die Trinkhalle an der Ackerstraße im Stadtteil Flingern.

Die Idee der Gastronomen, das Nachtleben in ihrem Stadtteil selbst in die Hand zu nehmen und wieder für mehr "Coolness" und "Nightlife" zu sorgen, ist ein wichtiger Impuls für den Stadtteil, der sich auf seinem Ruf als Szene-Viertel nicht ausruhen sollte.

Quelle: RP
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