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Düsseldorf
Düsseldorfs versteckte Champions

GEA in Düsseldorf gehört zu versteckten Champions
Die GEA mit Sitz am Flughafen ist u.a. einer der beiden weltweit führenden Melktechnikhersteller. FOTO: Dairy Farm Systems
Düsseldorf. Henkel oder Vodafone werden sofort mit Düsseldorf assoziiert. Doch viele Weltmarktführer aus der Rheinmetropole fristen eher ein Schattendasein. Und das, obwohl sie in ihren Branchen zu den ganz großen Spielern zählen. Von Thorsten Breitkopf

Dass Düsseldorf eine Wirtschaftsmetropole ist, gilt als unumstritten. Vor allem Marken wie Persil oder Pril fallen den Düsseldorfern ein, wenn sie an Industrieprodukte Made in Düsseldorf denken. Auch Löwensenf, der Mobilfunker Vodafone oder die Versicherungen Ergo und Arag werden mit der NRW-Landeshauptstadt in Verbindung gebracht. Andere führen ein Schattendasein, sind aber in ihren jeweiligen Branchen Weltmarktführer.

Einer dieser unscheinbaren Riesen ist die Firma GEA. Das Unternehmen dürfte mit 18.000 Mitarbeitern weltweit zu den größten Düsseldorfern gehören. Der Sitz ist in der Airportcity. Im vergangenen Jahr machte GEA 4,5 Milliarden Euro Umsatz. Aber in Düsseldorf ist GEA den meisten Menschen vollkommen unbekannt, intuitiv fällt den meisten der aus Schülertagen noch bekannte Füller Geha ein. Aber der hat damit nichts zu tun. GEA, offiziell "GEA Group Aktiengesellschaft" ist einer der größten Systemanbieter für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie. So ist die Firma etwa der größte Hersteller von Melkmaschinen auf der Welt. Der Fokus liegt auf den verfahrenstechnischen Grundprozessen Wärmeaustausch und Stofftrennung. Die Technologien der GEA kommen in der Nahrungsmittelwirtschaft, der chemischen und petrochemischen Industrie, der Energiewirtschaft, in der Lufttechnik, dem Schiffbau sowie in der Pharma- und Kosmetik-Herstellung zum Einsatz. Aber da viele Düsseldorfer wohl noch nie eine Melkmaschine gesehen haben dürften, ist die Marke unbekannt. Börsianern ist die Düsseldorfer Firma dagegen kein Unbekannter. Sie ist im MDax gelistet. GEA-Chef Jürg Oleas, der in Meerbusch wohnt, strebt dieses Jahr einen Vorsteuergewinn von mehr als einer halben Milliarde Euro an.

So sieht die neue Schwebebahn in Wuppertal aus FOTO: dpa, mjh gfh

Ein ähnlicher unbekannter Gigant ist eine Firma, die in Düsseldorf einen der größten Bagger der Welt herstellt. Komatsu Mining baut Baumaschinen in Benrath. Doch keine normalen Bagger, die man vom Straßen- oder Tiefbau kennt. Bei Komatsu werden riesige Bagger für Tagebauten in aller Welt produziert. Das jüngste Produkt ist 780 Tonnen schwer, das Modell baggert 6000 Tonnen pro Stunde, kostet zehn Millionen Euro und ist komplett "made in Düsseldorf". Zu sehen bekommt man die Riesenfahrzeuge eher selten. Zum Kunden gehen sie per Schiff. Den Weg vom Werk zum Reisholzer Hafen nehmen die Bagger auseinandergebaut nachts auf Schwertransportern.

Durch die Medien ging am Wochenende ein sonst eher unbekanntes Düsseldorfer Unternehmen, dass Rheinbahnfahrer kennen könnten. Die Firma Kiepe, die zum Werdohler Konzern Vossloh gehört, rüstet Straßenbahnen und Busse mit Elektrotechnik aus. Doch am Wochenende startete ein weltweit einmaliges Produkt mit Technik von Vossloh Kiepe. Nach drei Jahrzehnten weihte die Stadt Wuppertal das erste Modell der neuesten Schwebebahn-Generation ein. Und wie bei allen Vorgängern ist die Ausrüstung der besonderen Züge von Kiepe.

Bahnbrechende Produkte aus NRW FOTO: AP, AP

Wer an Gerresheimer denkt, erinnert sich meist an die leerstehende Glashütte. Doch eine Firma gleichen namens gibt es bis heute. Die Gerresheimer AG mit Sitz in Düsseldorf hat 11.000 Mitarbeiter und ist einer der Weltmarktführer bei Medizinverpackungen, etwa Inhalatoren für Asthma-Patienten oder fertige und sterile Spritzen.

Quelle: RP
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