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Düsseldorf
Gedenken an Holocaust-Opfer

Düsseldorf. Jüdische Gemeinde verliest Namen der 2500 getöteten Düsseldorfer Juden.

Mit einer Namenslesung anlässlich des Holocaust-Gedenktages Jom Hashoa, erinnerte die Jüdische Gemeinde gestern vor dem Carsch-Haus am Heinrich-Heine-Platz an die vielen Menschen, die während der NS-Zeit aus Düsseldorf deportiert wurden.

"In der jüdischen Tradition ist jemand erst wirklich tot, wenn man ihn vergisst. Die Namenslesung soll verhindern, dass dies passiert", beschrieb Verwaltungsdirektor Michael Szentei-Heise den Anstoß für die jährliche Trauerfeier, die bereits zum neunten Mal auf dem Heinrich-Heine-Platz stattfand. 2500 jüdische Mitmenschen sind damals nachgewiesen von Düsseldorf in ein Konzentrationslager gebracht und ermordet worden. Zu ihren Ehren verlasen Schüler, Gemeindemitglieder, Politiker und viele weitere Teilnehmer der Gedenkfeier jeweils 20 Namen der langen Opferliste.

Unter den Rednern waren unter anderem Oberbürgermeister Thomas Geisel, Justizminister Thomas Kutschaty, Polizeipräsident Norbert Wesseler und auch Sylvia Löhrmann, die nordrhein-westfälische Schulministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin.

In ihrer Eröffnungsrede warnte Löhrmann, man dürfe seine emotionale Betroffenheit auch in der vierten und fünften Folgegeneration nicht verlieren: "Das unvorstellbare Grauen der deutschen Geschichte macht uns manchmal sprachlos. Aber wir dürfen nicht sprachlos sein."

Im kommenden Jahr findet der Gedenktag am 24. April statt.

(seka)
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