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Düsseldorf
Gefährdet die Imtech-Pleite den neuen Hochschulcampus?

Düsseldorf. Die Firmenpleite der deutschen Tochter des niederländischen Gebäudeausstatters Imtech gefährdet nicht nur den Bau des Hauptstadtflughafens. Nach RP-Informationen ist das Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg und einer Niederlassung in Düsseldorf zurzeit auch an einem Großbauprojekt in der Landeshauptstadt beteiligt: am Bau des 254 Millionen Euro teuren Campus der Hochschule Düsseldorf (ehemals Fachhochschule). Von Semiha Ünlü

Das Projekt, das auf dem ehemaligen Schlösser- und Schlachthof-Areal in Derendorf entsteht, liegt bereits hinter Zeitplan: Ursprünglich sollten die ersten Studenten dort zum Herbst-/Wintersemester 2012/2013 Vorlesungen besuchen können, vor kurzem hatte man dann eine erneute Verzögerung bekannt gegeben: Wegen Problemen mit einem Subunternehmer, der sich vor Ort um die IT-Technik kümmert, hat man die Teileröffnung auf kommenden Sommer verschoben.

Offen ist zurzeit, welches Ausmaß die Insolvenz von Imtech, die spezialisiert ist auf Elektro-, Sanitär- und Lüftungsarbeiten sowie auf Brandschutz, auf die weiteren Arbeiten am neuen Campus der Hochschule haben könnte. "Wir können zurzeit noch nicht absehen, ob und falls ja inwieweit die Arbeiten am Derendorfer Campus davon betroffen sind", sagte Hochschulsprecherin Simone Fischer auf RP-Anfrage. Die Hochschule will heute mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) als Bauherr und Projektleiter über diese Fragen sprechen. Der BLB und Imtech waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Unklar ist bislang, ob die Imtech-Firmenpleite auch Auswirkungen auf die Düsseldorfer Uniklinik hat: Der Gebäudetechnikausstatter war dort am Bau des Klinikzentrums "Zentrum für Operative Medizin II" beteiligt, das erst mit mehreren Jahren Verspätung und einer Kostenexplosion (statt 100 Millionen Euro kostete der Neubau am Ende 180) eröffnete. Probleme hatte es unter anderem mit Brandschutzmängeln gegeben, für die Imtech verantwortlich war. Nach RP-Informationen beabsichtigten die Klinik und auch der BLB als Generalbauunternehmer, juristisch Regressansprüche bei Imtech geltend zu machen. Die Uniklinik wollte sich gestern dazu nicht äußern, der BLB war nicht zu erreichen.

Quelle: RP
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