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Düsseldorf
Gefängnisverein erinnert an "Tag der Gefangenen"

Düsseldorf. Mit gleich zwei Gottesdiensten hat der Katholische Gefängnisverein an den "Tag der Gefangenen" erinnert - was nicht im Interesse der Mitglieder war. Die hätten lieber eine gemeinsame Veranstaltung mit Häftlingen, Angehörigen und Ehrenamtlern ausgerichtet. Das scheiterte aber daran, dass die Besucher von außen nur schwer Zutritt zur Justizvollzugsanstalt (JVA) Düsseldorf bekommen. Der Verein kämpft dafür, dass mehr Austausch zugelassen wird. "Wir wollen die Mauern durchlässiger machen", sagt der Geschäftsführer, Pater Wolfgang Sieffert. Da das nicht funktionierte, gab es gestern erst morgens einen Gottesdienst in der JVA und abends in der Andreaskirche.

Papst Franziskus nimmt die Gefangenen stärker als seine Vorgänger in den Fokus, er feierte gestern eine Messe mit Häftlingen im Petersdom. Der Gefängnisverein bedauert, dass dieses Zeichen nicht in viele Gemeinden hineingewirkt hat. Überhaupt, so meint Vorstand Martin Laufen, kämpfe die Arbeit für Gefangene immer gegen einen schlechten Ruf. "Wir müssen uns häufig rechtfertigen", sagt er. Dabei helfe eine Unterstützung während der Haft und beim Übergang in die Freiheit allen Beteiligten, da sie die Resozialisierung erleichtere. "Das ist im Interesse der Gesellschaft und des Opferschutzes."

Für den Verein mit seinen drei hauptamtlichen Mitarbeitern und rund 60 Ehrenamtlern rückt nun die Vorbereitung der Weihnachtsaktion in den Fokus: Er will zum Fest Gaben an mittellose Gefangene verteilen, darunter Schokolade, Stifte oder Kartenspiele. Der Verein bittet um Spenden.

(arl)
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