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Tour de France in Düsseldorf
Geisel akzeptiert Maximum von einer Million von Messe

Fotos: Pressekonferenz zum Tour Start 2017 in Düsseldorf
Fotos: Pressekonferenz zum Tour Start 2017 in Düsseldorf FOTO: dpa, mjh fdt
Düsseldorf. Die Geschäftsführung der Messe Düsseldorf sieht 500.000 bis eine Million Euro als rechtlich möglich und hat das Land als Gesellschafter an ihrer Seite. Von Denisa Richters

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) muss für den Start der Tour de France in Düsseldorf mehr private Sponsoren als bisher geplant suchen, um die Kosten für die Stadt möglichst gering zu halten. Denn von der Messe Düsseldorf wird höchstens ein Drittel der von der Stadtspitze bislang erwarteten drei Millionen Euro fließen. Dafür hätte Geisel in der Gesellschafterversammlung nach Informationen unserer Redaktion nicht die nötige Einstimmigkeit.

Denn vom Land, das mit 20 Prozent an der Messe Düsseldorf beteiligt ist, ist zu hören, dass man dem Vorschlag der Geschäftsführung folgen wird. Und der sieht einem Schreiben an die Gesellschafter und Aufsichtsräte zufolge nur ein Sponsoring von maximal einer Million Euro vor. Eine Expertise hatte zuvor Zweifel an der Höhe des vom Institut Repucom ermittelten Werbewerts von drei Millionen Euro bestätigt. Der Werbewert sagt aus, wie viel Geld durch das Sponsoring voraussichtlich in das Unternehmen zurückfließen wird.

Die Expertise des Landes soll einen weit niedrigeren Wert ergeben haben, die Messe-Geschäftsführung empfahl in der Folge einen Korridor von 500.000 bis zu einer Million Euro. Geisel will das akzeptieren: "Der Sponsor entscheidet, niemand ist dazu gezwungen." Er werde sich nicht darüber streiten oder gar die Sichtbarkeit der Messe als Sponsor bei der Veranstaltung reduzieren. Allerdings sei er überrascht über die Kehrtwende der Messe-Geschäftsführung.

Schätzung des Werbewerts schwierig

Schließlich habe sie selbst die Summe von drei Millionen Euro vorgeschlagen. Für die Ermittlung des Werbewerts habe die Messe Repucom empfohlen. "Da haben die sich offenbar verschätzt", sagt Geisel. Die Messe-Geschäftsführung argumentiert Aufsichtsrats-Mitgliedern zufolge, der von Repucom ermittelte Werbewert berücksichtige nicht, dass in Düsseldorf hauptsächlich Fachmessen liefen und es deshalb kaum direkte Effekte durch Sponsoring bei einem Event wie dem "Grand Départ" gebe.

Gesellschafter der Messe sind außer der Stadt, die 56,5 Prozent hält, die Stadttochter IDR (20 Prozent), das Land (20 Prozent) und mit jeweils 1,75 Prozent die Handwerkskammer sowie die Industrie- und Handelskammer. Bei einer Gesellschafterversammlung dürften Stadt und IDR nach Überzeugung von Gutachtern nicht über das Sponsoring mitentscheiden; das Votum müsse zudem einstimmig sein. Rechtliche Bedenken bei einem zu hohen Tour-Sponsoring der Messe gibt es vor allem, weil dies als verdeckte Gewinnausschüttung gedeutet werden und sich die Geschäftsführung der Untreue schuldig machen könnte.

Quelle: RP
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