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Düsseldorf
Geisel drängt jetzt auch noch in ein Parteiamt

Düsseldorf: Geisel drängt jetzt auch noch in ein Parteiamt
Der Vorstand der SPD mit Parteichef Andreas Rimkus (1.v.l.) hat nun auch einige neue Gesichter (v.l.): Jessica Dedic, Kerstin Pfitzner, Thomas Geisel, Marion Warden, Silvia Hirsch und Thomas Gestrich. FOTO: Hans-jürgen Bauer
Düsseldorf. Der Oberbürgermeister ist Mitglied im Vorstand der Düsseldorfer SPD, Rimkus wurde als Chef wiedergewählt. Von Laura Ihme und Denisa Richters

Es war die überraschendste Kandidatur auf dem Wahlparteitag der Düsseldorfer SPD am Samstagvormittag: Oberbürgermeister Thomas Geisel persönlich bewarb sich um einen Posten als Beisitzer im Vorstand der Partei - zur Verwunderung vieler seiner Genossen. Hat er doch als Oberbürgermeister ohnehin das Recht darauf, den Sitzungen des Vorstandes beizuwohnen. Als Beisitzer erhält er allerdings das formale Stimmrecht.

Seine Kandidatur hatte im Vorfeld auch unter Spitzengenossen für Unmut gesorgt, denn sie ist nicht üblich. Da es als Beisitzer mehr Interessenten als Posten gab, nahm Geisel mancher übel, dadurch nicht zum Zuge gekommen zu sein. Allein um die Präsenz im Vorstand gehe es ihm nicht, betonte Geisel: "Ich habe gehört, dass viele Parteimitglieder meine Kandidatur mit Erstaunen zur Kenntnis genommen haben", sagte er. Das habe wiederum ihn erstaunt: "Schließlich geht es mir nicht darum, noch ein Amt zu haben, davon habe ich genügend, sondern ich will meinen Teil dazu beitragen, dass unsere Partei den Weg weitergeht, den sie vor vier Jahren eingeschlagen hat."

Zudem halte er es nur für vernünftig, den Vorstand der Düsseldorfer Sozialdemokraten mit möglichst vielen Mandatsträgern, also Ratsleuten, Bundestags- oder Landtagsabgeordneten zu besetzen, "damit es keine Fronten zwischen der Partei und den Mandatsträgern gibt". Viele Genossen verstanden das aber als Signal an Rimkus, das Verhältnis zwischen ihm und Geisel soll deutlich abgekühlt sein. Es hieß, Rimkus habe gegen Geisels Kandidatur Stimmung gemacht. Andere meinen, der OB und sein Umfeld versuchten, zu viel Macht zu übernehmen. Immerhin kandidierten mit Jessica Dedic (Internationales) und Fabian Zachel (persönlicher Referent) gleich zwei Mitarbeiter aus dem OB-Büro als Beisitzer. Während Dedic der Sprung in den Vorstand gelang, verpasste Zachel sein Ziel.

Rimkus, der auch Bundestagsabgeordneter ist, wurde mit 81,2 Prozent zum dritten Mal in seinem Amt als Parteivorsitzender bestätigt - verlor jedoch im Vergleich zu 2013 deutlich an Zustimmung, damals hatte er 90,1 Prozent. Auch seine Vize, die Europaabgeordnete Petra Kammerevert und Staatssekretär Karl-Heinz Krems wurden bestätigt, verloren ebenfalls einige Prozentpunkte im Vergleich zu 2013.

Thomas Geisel wurde am Ende mit 107 Stimmen - den meisten Stimmen in diesem Wahlgang - in den Vorstand gewählt.

Quelle: RP
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