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Düsseldorf
Geld abheben kann richtig teuer werden

Düsseldorf. Am nächstgelegenen Geldautomaten Bargeld abheben, kann teuer werden, wenn es sich nicht um einen Automaten der eigenen Bank handelt - die höchsten Gebühren von Fremdkunden nimmt die Sparkasse mit fast fünf Euro. Von Beate Werthschulte

Bundesweit gibt es 60.000 Geldautomaten, von denen nach eigenen Angaben 25.000 den Sparkassen und 19.600 den Volksbanken und Raiffeisenbanken gehören. Die restlichen teilen die unterschiedlichen Privatbanken unter sich auf. Auch bei uns betreibt die Sparkasse die meisten Automaten, nämlich 171 im Raum Düsseldorf und Monheim. Die Deutsche Bank hat im Stadtgebiet 46, die Commerzbank 53, und der Volksbank Düsseldorf-Neuss gehören im Raum Düsseldorf und Ratingen insgesamt 18 Geldautomaten. Darüber hinaus gibt es über das Stadtgebiet verteilt eine ganze Reihe weiterer Geräte von unterschiedlichen privaten Banken.

In einer Großstadt wie Düsseldorf ist das Automatennetz der einzelnen Banken recht gut ausgebaut. Neben Sparkassen- und Volksbankkunden finden über Zusammenschlüsse wie der Cash Group, der unter anderem die Deutsche Bank, die Postbank und die Commerzbank angehören, dem Cash Pool, zu dem beispielsweise die Targobank oder die Sparda-Banken gehören, viele Bankkunden in ihrer Nähe einen Geldautomaten, an dem sie mit ihrer Girocard, früher EC-Karte, kostenlos Bargeld abheben können.

Ist man allerdings außerhalb der Innenstadt unterwegs und benötigt Bargeld, etwa, weil man nicht daran gedacht hat, dass das Restaurant, keine Karten annimmt, kann es teuer werden. Für Barabhebungen von Fremdkunden berechnen Volksbank und Commerzbank 3,90 Euro, die Deutsche Bank 3,95 Euro, und die Düsseldorfer Sparkassen erheben eine Gebühr von 4,75 Euro. Allerdings, so eine Sprecherin der Sparkasse, könnten alle Kunden in Deutschland an Automaten der Sparkassen gratis Geld abheben.

Die Privatbanken hatten 2010 eine Vereinbarung getroffen, die es Fremdkunden ermöglichte, für eine Gebühr von nur 1,95 Euro an deren Automaten Geld abzuheben. Im Herbst 2015 haben einige Banken, darunter Commerzbank, Deutsche Bank und Postbank, diese Vereinbarung gekündigt und ihre Gebühren - für die gleiche Leistung - verdoppelt. Dazu auf Nachfrage ein Sprecher der Deutschen Bank: "Über das Verfügungsentgelt informieren wir die Fremdkunden am Bildschirm. Der Kunde muss dem Entgelt explizit zustimmen oder kann die Transaktion kostenfrei abbrechen." Auch die Commerzbank weist darauf hin, dass "alle Gebühren transparent ausgewiesen werden".

Allerdings sind die Banken bereits seit 2011 ohnehin dazu verpflichtet, Fremdkunden vor der Auszahlung über anfallende Gebühren zu informieren. Diese werden ihnen vor dem Abheben am Gerätebildschirm angezeigt. So haben sie die Möglichkeit, sich zu entscheiden, ob sie den Vorgang abbrechen und sich einen günstigeren Geldautomaten suchen oder die Gebühren akzeptieren möchten.

Christian Urban, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW rät: "Wer ein Girokonto eröffnen möchte, sollte möglichst vorher prüfen, ob beispielsweise in der Nähe des Arbeitsplatzes oder der Wohnung ein Geldautomat vorhanden ist, an dem kostenlos Bargeld abgehoben werden kann."

Quelle: RP
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