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Düsseldorf
Geld, Papiere, Stempel weg: Ein Amt als Sicherheitsrisiko

Düsseldorf. Nach Diebstählen im Straßenverkehrsamt werden Vorwürfe laut, dass die Sicherheitsvorkehrungen zu lax gehandhabt werden. Hintergrund ist der Diebstahl von 42 Formularen, der in dieser Woche vom Amt zur Anzeige gebracht wurde. Hier wird nun gegen unbekannt ermittelt, sagte Ralf Herrenbrück, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es handelt sich um 25 Fahrzeugbriefe und 17 Fahrzeugscheine. Von Torsten Thissen

Der Diebstahl ist umso dramatischer, da man mit Hilfe der Papiere wieder Straftaten begehen könne, heißt es bei der Polizei. "Allerdings ist das für uns ein Eigentumsdelikt wie andere auch", sagte ein Sprecher. Offiziell will sich niemand zu den Sicherheitsvorkehrungen und dem Umgang damit äußern, doch werfen die Diebstähle die Frage danach auf, zumal es nicht der erste Fall in dem Amt war. So räumten Diebe im Januar 120 000 Euro aus einem Tresor. Und im April wurden 40 Fahrzeugscheine gestohlen. Bei einem weiteren Fall in dem Amtsgebäude waren über einen längeren Zeitraum insgesamt 40 000 Euro verschwunden. Hier gab es einen Verdächtigen, doch konnte die Tat dem Mann nicht nachgewiesen werden, da sein Transponder - die Code-Karte, mit der sich die Türen im Amt öffnen lassen - zwar zu den fraglichen Zeitpunkten benutzt worden war, doch dieser immer in der Schreibtischschublade gelegen hatte und somit für jeden zugänglich gewesen war. Spätestens an diesem Punkt hätte man im Amt über ein neues Sicherheitskonzept nachdenken müssen, sagen erfahrene Ermittler. Immerhin sei der Kassenraum nun "hochgradig gesichert", sagt Amtsleiter Peter Keulertz. Die Diebstähle der Papiere seien auf eine Verfehlung der Mitarbeiter zurückzuführen, erklärte er zudem. Sie hätten ihren Rollcontainer nicht abgeschlossen, obwohl sie den Arbeitsplatz verlassen hatten.

Dennoch werde man nun über weitere Sicherheitsmaßnahmen nachdenken. Andererseits: "Einen kompletten Schutz gegen kriminelle Energie kann es nicht geben."

Quelle: RP
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