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Düsseldorf
Generationswechsel bei den "Ampel-Indianern"

Düsseldorf. Die Stimmung in der Aula der Heinrich-Heine-Grundschule in Heerdt ist ausgelassen, die Kinder kennen die "Zaubersprüche" der Verkehrssicherheitsberater der Polizei-Puppenbühne auswendig, rufen sie laut im Chor: "Am Bordstein ist Halt, damit es nicht knallt." Das ist wichtig, denn nur wenn die Verkehrsregeln sitzen, bewegen sich die Schulanfänger sicher im Straßenverkehr und sind den komplexen Anforderungen im "Dschungel Straße" gewachsen. Im Dschungel ist auch das Stück "El Dorado" der Puppenbühne der Polizei Düsseldorf verortet - dort findet der Held Pferdi, ein ehemaliges Polizeipferd, den goldenen Bordstein. Der wiederum bildet die Demarkationslinie zwischen sicherem Bürgersteig und Straßenverkehr.

Aktuell startet die Puppenbühne in die kommende Saison mit ihrem neuen selbst geschriebenen Programm. An den 60 geplanten Aufführungen werden 90 Grundschulen mit insgesamt 4200 Kindern teilnehmen. Und auch 140 Kindergärten werden mit rund 2300 Kindern die Vorstellungen besuchen. Eine Präventionsarbeit, die messbar ist: Die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Kindern in Düsseldorf ist seit Jahren beruhigend konstant, denn in den vergangenen vier Jahren kam kein Kind zu Tode. Und auch die Zahl der schwerverletzten Kinder ist rückläufig.

Dennoch: Auch wenn die Mitglieder der Polizei-Puppenbühne die Kinder bis zum "Fußgängerführerschein" ausbilden und später in den "Club der Ampelindianer" übernehmen - "die Eltern müssen die besten Trainer und Vorbilder sein", sagt Hauptkommissar Udo Hodenius (59), der seit 26 Jahren Mitglied der Puppenbühne ist. Er wird im März des kommenden Jahres verrentet, und auch sein Kollege Wolfgang Närdemann (58) wird der Bühne nur noch eine Spielzeit erhalten bleiben. Grund genug, schon jetzt für Nachwuchs in den Teams zu sorgen. Durch eine interne Ausschreibung wurde Oberkommissarin Sonja Martin (39) auf die Stelle als Puppenspielerin der Verkehrserziehung aufmerksam und wechselte schließlich von der Autobahnpolizei zur Unfallprävention. Ein wenig aufgeregt sei sie schon noch, sagt die Mutter von zwei Kindern, dennoch mache es ihr wahnsinnig viel Spaß, mit den Kindern arbeiten zu dürfen.

(sdr)
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