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Germanwings-Absturz
Soko "Alpen": 50 Ermittler aus Düsseldorf suchen nach Todesursache

Trauer in Düsseldorf nach Flugzeugabsturz
Trauer in Düsseldorf nach Flugzeugabsturz FOTO: Bretz, Andreas
Exklusiv | Düsseldorf. Die Düsseldorfer Polizei hat unter dem Namen "Alpen" eine mehr als 100 Beamte starke Sonderkommission gebildet, die nicht nur die Lebensumstände von Andreas L. ermittelt, sondern in ganz Deutschland Indizien sammelt, um die mehr als 70 deutschen Opfer des Germanwings-Absturzes zu identifizieren.

Dies erfuhr unsere Redaktion aus Ermittlerkreisen. Polizisten besuchen meistens gemeinsam mit Seelsorgern oder Psychologen die Angehörigen der Opfer und deren Wohnungen, um nach persönlichen Erkennungszeichen wie Tätowierungen oder Zahnersatz zu fragen und gleichzeitig in Haarbürsten oder anderswo nach genetischen Spuren zu suchen.

Geleitet wird die Sonderkommission von Kriminaldirektor Roland Wolff, wie die Polizei am Montag mitteilte. Er gilt als einer der erfahrensten Ermittler des Düsseldorfer Polizeipräsidiums. "Der 55-Jährige leitete bereits mehrere große Ermittlungskommissionen", sagte ein Polizeisprecher unserer Redaktion. Als Polizeiführer ist er unter anderem zuständig  für Organisierte Rauschgiftkriminalität und Organisierte Kriminalität. Wolff leitete zuletzt Großrazzien gegen Rocker und Einbrecher. 

Unter der Leitung des Kriminaldirektors Roland Wolff hat die Düsseldorfer Polizei die Soko "Alpen" eingesetzt, um die Identifizierung der Opfer und die Ermittlungen zur Todesursache voranzutreiben. FOTO: Polizei

"Wir suchen Haut- und Haarpartikel", sagte ein Ermittler, "von denen kann das Bundeskriminalamt dann den genetischen Code bestimmen und diese Daten den französischen Kollegen zum Abgleich schicken."

Polizeisprecher Andreas Czogalla sagte unserer Redaktion: "Es ist sicher einer unserer größten Ermittlungseinsätze seit Jahrzehnten, die Kollegen sind extrem gefordert." Allein die eigens eingesetzte Mordkommission zählt rund 50 spezialisierte Ermittler.

Fotos: Tag vier der Bergungsarbeiten am Absturzort FOTO: EPA/FRANCIS PELLIER/DICOM/MINISTERE INTERIEUR/HO

Die Ermittlungen zur Identifizierung der Opfer werden sicher noch Wochen in Anspruch nehmen, was auch von dem Fortschritt der Bergungsmaßnahmen in Frankreich abhängig ist, teilte die Polizei weiter mit. 

Zwischenzeitlich ist eine französische Polizeidelegation in der Landeshauptstadt angekommen, um sich vor Ort über den aktuellen Stand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Polizei Düsseldorf zu informieren und über die bisherigen Erkenntnisse der französischen Spezialisten zu berichten. Auch zwei Fachleute für die Untersuchung von Flugzeugabstürzen kooperieren nun mit den deutschen Kollegen der Sonderkommission "Alpen".

Fotos: Gedenkgottesdienst in Digne-les-Bains FOTO: dpa, mpc

Noch am Donnerstag waren die Wohnung des Copiloten in Düsseldorf-Unterbach sowie, zusammen mit den Kollegen der Rheinland-Pfälzischen Polizei, die Wohnanschrift seiner Eltern in Montabaur durchsucht. Die sichergestellten Gegenstände und Unterlagen wurden bereits zu einem Großteil untersucht, deren Bewertung dauert aber nach wie vor an.

Quelle: RP
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