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Düsseldorf
Germanwings-Airbus wird untersucht

Düsseldorf: Germanwings-Airbus wird untersucht
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Düsseldorf. Nach der Notlandung der Maschine aus Dresden am Montagabend ist die Ursache für die Rauchentwicklung im Cockpit noch unklar. Für die 142 Passagiere und die Crew habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden, heißt es. Von Henning Bulka und Stefani Geilhausen

Nachdem am Montagabend ein Airbus A319 von Germanwings am Düsseldorfer Flughafen notlanden musste, weil die Piloten Rauch im Cockpit gemeldet hatten, sucht die Airline nach der Ursache. Wahrscheinlich ist ein technischer Defekt. "Endgültig können wir darüber noch keine Auskunft geben", sagte ein Sprecher der Airline auf Anfrage unserer Redaktion. In solchen Fällen sei meist ein durchgeschmortes elektrisches Bauteil für die Rauchentwicklung verantwortlich. Die Ermittlungen laufen laut Sprecher gemeinsam mit den Behörden, darunter auch das Luftfahrtbundesamt. "Es geht darum, aus dem Vorfall zu lernen und mögliche Muster zu erkennen - beispielsweise, ob ein solcher Fehler auch bei anderen Flugzeugen dieses Typs auftreten kann." Wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, konnte der Sprecher nicht absehen.

Der Airbus A319 mit der Kennung D-AGWA war am Montagabend auf dem Weg von Dresden nach Düsseldorf. Während des Landeanflugs haben die Piloten die Rauchentwicklung im Cockpit bemerkt und mit dem Notruf "Mayday" die Notlandung eingeleitet.

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Am Boden gingen mit der Flughafenfeuerwehr Einsatzkräfte der Feuerwache Münsterstraße in Stellung. Vorsorglich mit Atemschutzgeräten ausgestattet gingen die Feuerwehrleute in die Kabine, führten die Passagiere über die Treppe aus dem Flugzeug. Bei einer stärkeren Verrauchung wären auch Notrutschen eingesetzt worden, doch dazu habe kein Anlass bestanden, bestätigt die Feuerwehr. In der Kabine sei lediglich leichter Rauchgeruch wahrnehmbar gewesen. Die städtische Feuerwehr rückte nach der Räumung der Maschine wieder ab. Alle 142 Passagiere und die fünfköpfige Crew blieben unverletzt. Es habe auch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für sie bestanden, so der Sprecher der Airline.

Wenige Stunden zuvor hatte Germanwings auch mit einem anderen Flug nach NRW Probleme: Wegen eines Risses im Cockpitfenster kehrte ein Airbus auf dem Weg nach Köln um und landete wieder in London. Von einer Häufung solcher Zwischenfälle will der Germanwings-Sprecher nicht reden. "Bei rund 80 Maschinen und äußerst hohen Sicherheitsstandards ist das nicht viel." Und: "Technische Geräte sind fehleranfällig, auch wenn sie in einem Flugzeug mehrfach verbaut sind. Das erleben andere Airlines auch."

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Häufiger als Notlandungen sind sogenannte Sicherheitslandungen, die am Düsseldorfer Flughafen in einem durchschnittlichen Jahr ein gutes dutzend Mal vorbereitet werden. Das Szenario ist ähnlich, der Notruf ein anderer. Mit "Pan-pan" setzt der Pilot eine sogenannte Dringlichkeitsmeldung ab, die Maschine erhält dann Priorität für die nächstmögliche Landung. Das passiert etwa bei medizinischen Notfällen an Bord, kann auch wegen randalierender Passagiere eingeleitet werden. Bei gravierenden technischen Defekten wird dagegen der Notruf "Mayday" abgesetzt, der der betroffenen Maschine eine noch höhere Priorität einräumt - dann spricht man von einer Notlandung. Die Entscheidung, welches Manöver notwendig ist, liegt beim Piloten. "Darüber gibt es keine Diskussion - der Pilot trägt die Verantwortung und muss sich bei uns auch nicht für die Entscheidung rechtfertigen", sagte der Germanwings-Sprecher.

Die Maschine ist bis zum Abschluss der Untersuchungen nicht im Einsatz. "Wir federn den Ausfall mit eigenen Reserven ab", so der Sprecher, auch wenn das für eine "Neuausrichtung der Flotteneinsatzplanung" sorge.

Quelle: RP
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