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Co-Pilot
Andreas L. hatte zwei Krankschreibungen von verschiedenen Ärzten

Germanwings: Andreas L. hatte zwei Krankschreibungen von verschiedenen Ärzten
Andreas L. beim Airtportlauf Hamburg im Jahr 2009. FOTO: AP
Exklusiv | Düsseldorf. Der Fall um den Co-Piloten, der am Dienstag die Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord zum Absturz gebracht haben soll, wird immer undurchsichtiger. Die Ermittler sollen bei den Durchsuchungen seiner beiden Wohnsitze in Düsseldorf und Montabaur zwei Krankschreibungen von verschiedenen Ärzten gefunden haben. Von Denisa Richters

Der 27-Jährige soll mit einer Vielzahl verschiedener Ärzte zu tun gehabt haben. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft teilt zuvor mit, dass bei der Durchsuchung der Düsseldorfer Wohnung von Andreas L. Dokumente medizinischen Inhalts sichergestellt worden seien, "die auf eine bestehende Erkrankung und entsprechende ärztliche Behandlungen hinweisen".     

Das Universitätsklinikum Düsseldorf teilte am Freitag mit, dass der Co-Pilot im Februar 2015 und zuletzt am 10. März 2015 als Patient im Universitätsklinikum Düsseldorf vorstellig geworden ist. Es handelte sich um diagnostische Abklärungen. Einzelheiten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht, stellt die Klinik klar. Die Krankenakten werden noch vor dem Wochenende der ermittelnden Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben. "Meldungen, wonach Andreas L. wegen Depressionen in unserem Haus in Behandlung gewesen sei, sind jedoch unzutreffend", erklärte die Klinik.

Germanwings-Absturz: Trauergottesdienst in Düsseldorf FOTO: Bretz, Andreas

Die Düsseldorfer Polizei erwartet indes hochrangige Ermittler aus Frankreich zum Informationsaustausch zum Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen. Jean Pierre Michel, Generalchef der Direction Gendarmerie nationale, ist angesichts der dramatischen Entwicklung mit zwei Spezialisten für Flugzeugabstürze nach Düsseldorf gereist. Die französischen Behörden hatten ein Ermittlungsersuchen an ihre Kollegen in der NRW-Landeshauptstadt gerichtet.

Die Düsseldorfer Wohnung des 27-Jährigen war am Donnerstag etwa vier Stunden lang durchsucht worden. Danach verließen Beamte mit Umzugkartons das Haus am Düsseldorfer Stadtrand. Ein Abschiedsbrief oder Bekennerschreiben wurde nach Angaben der Ermittler weder bei der Durchsuchung der Düsseldorfer Wohnung von Andreas L. gefunden noch an seinem Wohnsitz im Haus der Eltern im rheinland-pfälzischen Montabaur.

Ermittlungen im Fall Andreas L. FOTO: Federico Gambarini

Dort wurde allerdings ein Computer beschlagnahmt. Die Auswertung der Internetnutzung und des E-Mail-Verkehrs steht laut Staatsanwalt Ralf Herrenbrück noch aus. Hinweise auf eine zerrüttete Beziehung oder andere Krisen im privaten Umfeld habe man bisher nicht gefunden. 

Andreas L. soll die Germanwings-Maschine mit weiteren 149 Menschen an Bord am Dienstag vorsätzlich zum Absturz gebracht haben.

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