| 10.02 Uhr

Flugzeugabsturz in Frankreich
Düsseldorfer Opernsänger unter den Opfern

Germanwings: Sänger der Deutschen Oper am Rhein unter Opfern
Opernsänger Oleg Bryjak ist unter den Opfern des Airbus-Absturzes. FOTO: Deutsche Oper am Rhein
Düsseldorf. Der Flughafen Düsseldorf hat nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine eine Hotline für Angehörige eingerichtet. 15 Notfallseelsorger sind im Einsatz. Mit Flughafen-Chef Ludger Dohm sprach Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel den Angehörigen sein Beileid aus. Unter den Opfern ist ein Sänger der Deutschen Oper am Rhein.

Die Germanwings-Maschine mit der Flugnummer 4U9525 war am Dienstagvormittag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in Südfrankreich abgestürzt. Nach Auskunft der Fluggesellschaft waren 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an Bord. Über die genaue Anzahl der Opfer gibt es bisher noch keine gesicherte Information. In der Maschine soll auch eine Mitarbeiterin von Henkel gesessen haben, wie das Unternehmen der Rheinischen Post bestätigte. Die Maschine sollte um 11.57 Uhr in Düsseldorf landen.

Trauer in Düsseldorf nach Flugzeugabsturz FOTO: Bretz, Andreas

Gegen 11.30 Uhr sei die Nachricht am Airport eingetroffen, dass Flug 4U9525 über den französischen Alpen vom Radar verschwunden ist, berichtete der Airport-Sprecher. Auf den Ankunftstafeln war der Flug noch lange angezeigt. Ohne Ankunftszeit, ohne Nummer für den Ausgang der Passagiere und ohne Hinweis auf seinen Verbleib.

An der VIP-Lounge, die der Flughafen für Angehörige und Seelsorger zur Verfügung gestellt hatte, kamen Angehörige mit völlig verweinten Augen an. Auf Fragen von Reportern reagierten sie nicht. Viele Mitarbeiter am Flughafen hatten aus den Medien von dem Unglück erfahren. "Genau die Strecke bin ich auch schonmal geflogen. Man denkt ja nicht, dass so etwas passiert", sagte eine Frau. Der Flughafen hat einen Krisenstab eingerichtet.

Flugzeugunglücke seit 2001

 

Der Flughafen hat eine Hotline unter der Rufnummer 0800-7766350 eingerichtet, an die sich die Angehörigen wenden können. Die Hotline der Germanwings ist unter 030 5000 3000 zu erreichen.

"Wir alle sind sehr betroffen. Nach diesem tragischen Ereignis gilt unser tiefes Mitgefühl den Angehörigen der Opfer", betonte Dr. Ludger Dohm, Sprecher der Flughafengeschäftsführung. "Das ist ein schwarzer Tag für die Luftfahrt." Am Flughafen betreuten rund 150 Spezialkräfte des Airports, der Fluggesellschaft sowie der Stadt die Angehörigen und Abholer. Gemeinsam sprachen Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel und Dr. Ludger Dohm den Angehörigen vor Ort ihr Beileid aus.

Vor dem Düsseldorfer Rathaus wurden die Flaggen auf Halbmast gehängt. Oberbürgermeister Thomas Geisel erklärte: " Ich habe heute Nachmittag den Flughafen Düsseldorf besucht. Dort konnte ich mit einigen Angehörigen der Opfer sprechen und habe all den Menschen gedankt, die sich um sie kümmern, den Notfallseelsorgern und Notfallpsychologen, Mitarbeiter von Germanwings und Lufthansa sowie den Einsatzkräften der Düsseldorfer Feuerwehr und des Düsseldorfer Flughafens. Meine Gedanken und Gefühle sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.". Seine für heute geplante Reise nach Haifa (Israel) hatte der OB abgesagt.

 

In der Unglücksmaschine soll eine Mitarbeiterin von Henkel gesessen haben. "Wir sind zutiefst traurig und bestürzt über dieses Unglück. Unser tiefes Mitgefühl gilt in dieser schweren Stunde den Angehörigen und Freunden aller Passgiere. Wir werden den Angehörigen unserer Kollegin unsere volle Unterstützung zuteil werden lassen", erklärte ein Henkel-Sprecher.

Beim Konzern BASF, der ebenfalls auf dem Firmengelände in Reisholz sitzt, ist man erleichert: "Wir haben dies überprüft und sind sicher, dass von uns niemand in der Germanwings-Maschine saß", sagt eine Sprecherin. Viele Unternehmen aus der Region Düsseldorf unterhalten geschäftliche Beziehungen nach Spanien. Aus dem Bereich der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf und Kreis Mettmann sind es rund 800. In Stadt und Region Barcelona sind neben Henkel und BASF unter anderem Bayer, Lanxess und Evonik vertreten.

Unter den Opfern des Absturzes war auch ein Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg. Oleg Bryjak hatte sich auf dem Rückflug eines Gastspiels im Gran Teatre del Liceu, Barcelona, wo er den Alberich in Richard Wagners "Siegfried" sang, befunden. Generalintendant Christoph Meyer brachte sein Mitgefühl Ausdruck. "Wir haben mit Oleg Bryjak einen großartigen Interpreten und einen großartigen Menschen verloren. Wir sind fassungslos."

Düsseldorfs CDU-Chef Thomas Jarzombek sprach von einem "schwarzen Tag für Düsseldorf": "Ich trauere mit den Angehörigen der Opfer in dieser schweren Stunde. Im Namen der CDU Düsseldorf möchte ich mein herzlichstes Beileid aussprechen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien, Freunden und Bekannten."

FDP-Fraktionsvorsitzende Agnes-Strackzimmermann: "Es triff uns alle ins Mark. In Gedanken sind wir bei den Opfern und deren Angehörigen."

"Die Nachricht vom Absturz des Germanwings-Flugs hat auch uns schockiert. In dieser schwierigen Stunde ist unser Mitgefühl bei den Familien und Angehörigen der Opfer. Mannschaft, Offizielle und Fans sind sehr betroffen. In solchen Momenten rückt der Sport in den Hintergrund", erklärte Jochen A. Rotthaus, Geschäftsführer der DEG Eishockey.

(dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Germanwings: Sänger der Deutschen Oper am Rhein unter Opfern


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.