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Düsseldorf
Gerresheimer AG will weiter zukaufen

Düsseldorf: Gerresheimer AG will weiter zukaufen
Rainer Beaujean neben seiner leeren Dagobert-Spardose. FOTO: A. Endermann
Düsseldorf. Übernahmen zwischen 50 und 70 Millionen seien "immer möglich" sagt Finanzchef Rainer Beaujean.

Der Düsseldorfer Verpackungshersteller Gerresheimer AG will auch nach der Übernahme des Pharmazulieferers Centor in den Vereinigten Staaten seine Einkaufstour nicht beenden. "Akquisitionen wie in den letzten Jahren in den Schwellenländern in der Größenordnung zwischen 50 und 70 Millionen Euro Kaufpreis sind immer möglich", sagte Finanzchef Rainer Beaujean der "Börsen-Zeitung". Finanzieller Spielraum sei auch nach dem 725 Millionen Dollar teuren Großkauf im Sommer noch da. Kurzfristig könne der Hersteller von Pharmaverpackungen den Verschuldungsgrad auf das 3,5-fache des Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) hochfahren.

Doch ganz aktuell stehe für Gerresheimer erst einmal der Schuldenabbau an vorderster Stelle. Laut Beaujean wird der im Börsensegment M-Dax gelistete Konzern am Ende des gerade abgelaufenen Geschäftsjahres (30. November) einen Verschuldungsgrad von drei ausweisen. Die Ratingagentur Moody's hatte bereits mit einer Herabstufung gedroht. Bis Ende 2017 will der Finanzchef die Verschuldung wieder auf einen Wert von dann 2,5 bringen.

Im Frühjahr 2018 steht die Refinanzierung der Unternehmensanleihe über 300 Millionen Euro an. Zu diesem Zeitpunkt peilt Beaujean ein sicheres Investmentgrade-Rating an. Strategisch stehen bei Gerresheimer nach der lang ersehnten Ergänzung in den USA die Schwellenländer ganz oben auf der Agenda. Indien und China nennt Beaujean als die wichtigsten Märkte für die Zukunft. Hier sieht der Vorstand auf längere Sicht auch Potenzial für komplexere Kunststoffprodukte wie Insulinpens und Inhalatoren. Die jedoch müssten einfacher und billiger sein als zum Beispiel in Westeuropa.

Gerresheimer hatte erst kürzlich seine Zentrale von der Benrather Straße in der Düsseldorfer Innenstadt zur Ariportcity in Flughafennähe verlegt. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 10.000 Mitarbeiter. In Düsseldorf gibt es keine Produktion mehr, lediglich der Sitz der Verwaltung ist in der Landeshauptstadt.

(tb)
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