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Düsseldorf
Gerresheimer AG will weiter zukaufen

Düsseldorf. Konzernchef Uwe Röhrhoff sucht nach Beteiligungen in Asien und Südamerika. Aktionären stellt er eine höhere Dividende in Aussicht. Von Thorsten Breitkopf

Der für die Pharma- und Kosmetikindustrie produzierende Spezialverpackungshersteller Gerresheimer mit Konzernsitz in Düsselorf liebäugelt wieder mit Zukäufen. Das Management halte Ausschau nach geeigneten Übernahmekandidaten in Südost-Asien und Südamerika, sagt Vorstandschef Uwe Röhrhoff. Auch der Einstieg in neue Technologien - etwa im Bereich Spezialverpackungen für flüssige Medikamente - würde ins Visier genommen. "Übernahmen in normaler Größe können wir aus dem Cash Flow stemmen." Aber auch größere Zukäufe seien durch den Kreditrahmen gedeckt. Röhrhoff kündigt angesichts der zu erwartenden Gewinnzuwächse an, dass sich die Aktionäre für das Geschäftsjahr 2015/16 auf eine "deutlich" höhere Dividende einstellen können. "Ein Euro je Aktie ist durchaus denkbar." Für 2014/15 hatten die Aktionäre 85 Cent je Aktie erhalten.

Florierende Geschäfte mit der Pharmaindustrie sorgten im dritten Quartal des laufenden Jahres für einen Gewinnsprung. Beim Geschäft mit Injektionsfläschchen, Ampullen und Ampullenspritzen aus Glas setzte sich der positive Trend insbesondere in Amerika fort. Im Zeitraum Juni bis August stieg so der bereinigte operative Gewinn um 24,2 Prozent auf 84,4 Millionen Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen. Der Umsatz legte um 8,4 Prozent zu auf 373,1 Millionen Euro.

An der Börse konnte Gerresheimer damit allerdings nicht punkten. Im Nebenwerteindex MDax gaben die Aktien am Tag der Bekanntgabe um zwei Prozent nach. In den vergangenen drei Wochen hatten die Papiere aber fast vier Prozent zugelegt, knapp doppelt so viel wie der Mittelwerte-Index MDax. Gleichwohl lobt Analyst Sven Kürten von der DZ Bank das "sehr starke" Quartal, das klar besser als erwartet ausgefallen sei. "Gerresheimer bleibt eine unserer Sektor-Topempfehlungen." Wegen des beschlossenen Verkaufs des Laborglas-Geschäftes rechnete Gerresheimer den Bereich aus seinem Zahlenwerk des Vorjahres heraus und passte entsprechend die Prognose 2016 an. Für das im November endende Bilanzjahr wird nun ein bereinigtes operatives Ergebnis von 305 (Vorjahr: 262,6) Millionen Euro angepeilt statt rund 320 Millionen. Der Umsatz soll um zehn Prozent auf 1,4 (1,276) Milliarden Euro statt auf 1,5 Milliarden Euro steigen.

Die Duran-Gruppe, eine Beteiligungsfirma von One Equity Partners, kauft das von der Gerresheimer AG und dem Partner Thermo Fisher Scientific betriebene Laborglasgeschäft für 131 Millionen Dollar.

Quelle: RP
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