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Düsseldorf
Geschirr mit Geschichte

Düsseldorf: Geschirr mit Geschichte
Sammler Maximilian F. Kluska und Daniela Antonin, kommissarische Leiterin des Hetjens-Museums, zeigen eine weihnachtlich geschmückte Tafel. FOTO: h.-j. bauer
Düsseldorf. Prachtvoll verzierte Teller, detailreich bemalte Dessertschalen: Die Tradition der europäischen Tafelkultur wird ab Mittwoch, 2. Dezember, im Hetjens-Museum lebendig. Die Reihe "Tisch des Monats" startet mit einer weihnachtlich gedeckten Festtafel. Von Katharina Pavlustyk

Teller mit Goldrand und Lorbeerkranz, mit Rosen und Feldblumen, Teetassen mit Verzierungen in sanftem Grün und eine Terrine in schlichtem Weiß: Die meisten Schätze aus Porzellan, die den ersten "Tisch des Monats" zieren, stammen aus dem Besitz des Düsseldorfer Sammlers Maximilian F. Kluska. Und sie sind nicht irgendein Geschirr: Da sind Teller mit blauen Kornblumen, die Friedrich Wilhelm II. seiner Mätresse geschenkt hat, da ist feines Porzellan mit kleinen Röschen, das eigens anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Wilhelm von Preußen mit Kronprinzessin Cäcilie angefertigt wurde. Die einzelnen Plätze wurden historischen oder noch lebenden Figuren zugeordnet. "Wir haben hier Prominenz am Tisch", sagt Daniela Antonin, kommissarische Leiterin des Hetjens-Museums - Deutsches Keramikmuseum.

Es sind überwiegend Porzellan-Schätze aus dem Kurland-Service, das laut Kluska erfolgreichste und bekannteste Geschirr der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) Berlin. "Es ist auch das meistverkaufte Service der Welt", fügt Doris Berzdorf, Vorstandsmitglied im Freundeskreis des Museums, hinzu. Sie hatte die Idee, das Thema "Tisch" in Szene zu setzen, während Kunstliebhaber Kluska die Weihnachtstafel gestaltet hat.

Teil davon sind neben Tellern, Flaschenkühlern, Terrinen und weiteren Gedeckteilen alte Porzellan-Vögel der Manufaktur Meissen aus der Sammlung Schneider im Schloss Jägerhof: drei Eichelhäher und eine Fasanenterrine, die nach Worten Berzdorfs zum ersten Mal seit 40 Jahren in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Und dann fällt dem Betrachter der Weihnachtsbaum in der Mitte des Tisches ins Auge, der aus grün gefärbten Gänsefedern besteht und mit historischem Christbaumschmuck behangen ist. Eine Augenweide, was da im großen Saal des Museums "aufgetischt" wurde.

Der Gedanke hinter der Aktion ist laut Doris Berzdorf, die Tafel als wichtigsten Ort menschlicher Zusammenkunft hervorzuheben. "Das sind nicht nur Porzellanteller, das ist der Ausdruck einer Zeit", bemerkt sie. Für Sammler Maximilian F. Kluska sind sie zudem "gesellige Wesen", da sie nicht für sich allein geschaffen und stets für mehrere Personen gedeckt werden. Anders als heute kam dem Porzellan früher eine noch höhere Bedeutung zu: "Friedrich der Große hat das Porzellan auf sein Esszimmer abgestimmt", sagt Antonin.

Bei der Eröffnung der Weihnachtstafel heute ab 18 Uhr geht sie auf die Tradition der europäischen Tafelkultur ein. Den opulenten Tisch können Besucher bis Mittwoch, 6. Januar, bewundern. Und nicht nur das: Es gibt auch ein Weihnachtsrätsel, bei dem kurze Geschichten den Tellern und prominenten Persönlichkeiten zugeordnet werden müssen.

Nach diesem historisch-romantischen Auftakt der Reihe "Tisch des Monats" geht es im Frühjahr mit einem neuen Thema weiter, das laut Doris Berzdorf noch offen ist. Viermal im Jahr wird im Hetjens-Museum eine Tafel gestaltet - mal historisch, mal modern.

Quelle: RP
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