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Düsseldorf
Geschlossene Gesellschaft in Benrath

Düsseldorf: Geschlossene Gesellschaft in Benrath
Die Tore zum Schloss-Vorplatz sollen am Wochenende mit Anbruch der Dunkelheit bis zum frühen Morgen geschlossen werden. FOTO: Andrea Röhrig
Düsseldorf. Am kommenden Wochenende soll bei Anbruch der Dunkelheit der Vorplatz des Benrather Schlosses gesperrt werden. Mit dem Schritt will die Stiftung Schloss und Park Benrath Vandalismus verhindern. Von Birgit Wanninger

Als Anfang August plötzlich die transportablen Parkbänke im Schlosspark verschwunden waren, ging die Diskussion wieder los: Muss der Schlosspark nachts geschlossen werden? Weil die Schäden in jüngster Zeit zugenommen haben, plant die Stiftung Schloss und Park Benrath am Wochenende nun die Schließung des Schloss-Vorplatzes.

Das jetzige Wochenende, 6. bis 8. Oktober, soll nach Angaben von Nicolas Maas, Kaufmännischer Leiter der Stiftung Schloss und Park Benrath, dazu dienen, zu sehen, was bei einer Schließung zu beachten ist. "Wir nennen es Probewochenende", sagt er. Mit Einbruch der Dunkelheit soll der komplette Vorplatz abgeschlossen werden, und zwar von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag und von Sonntag auf Montag. Maas rechnet damit, dass spätestens gegen 21 Uhr an den drei Tagen abgeschlossen wird. Morgens gegen sechs oder sieben Uhr werde dann wieder geöffnet.

In dieser Zeit sind beide Eingangsportale geschlossen. Wer dann beispielsweise von Benrath nach Urdenbach möchte, muss außen herumgehen oder über die Meliesallee quer durch den Park.

An den Wochenenden sorgt normalerweise nachts ein Sicherheitsdienst für die Überwachung. Meist sind es drei Personen, die unterwegs sind, oft sogar mit Hund, um vor allem Randalierer, die sich in der Sommerzeit rund ums Schloss aufhalten, zu kontrollieren. Das jetzige Wochenende soll laut Stiftung dazu dienen, die Handlungsabläufe mit dem Wachdienst zu überprüfen - "beispielsweise, was passiert, wenn plötzlich die Feuerwehr aufs Gelände muss", sagt Maas. Schon zum Weihnachtsmarkt am Schloss im vergangenen Jahr gab es eine Teilschließung des Parks. Damals hatte die Stiftung beschlossen, probeweise den gesamten Schlossvorplatz nachts zu schließen. Grund war, die Weihnachtsmarktstände vor dem Schloss vor Diebstahl und Beschädigungen zu schützen. "Das hat gut funktioniert", sagt Nicolas Maas. Nicht nur die Buden und deren Inventar seien geschützt gewesen, "wir haben sogar festgestellt, dass in Schlossnähe weniger im Park passiert ist." Bislang sind keine Düsseldorfer Parkanlagen oder Friedhöfe nachts geschlossen - allerdings berühmte Parkanlagen wie die Weltkulturerbestätten Schloss Brühl oder Sanssouci.

Auch in diesem Jahr soll die Teilschließung während des Weihnachtsmarktes erfolgen. Und wenn sich das Modell bewährt, könnte es auch in den Sommermonaten laufen. Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun. So muss überlegt werden, einen neuen Radweg zu schaffen, wenn der Weg durch den Park verschlossen ist. "Da sind wir schon im Gespräch mit dem Amt für Verkehrsmanagement", erklärt Maas, denn logischerweise müsste der Radweg angepasst werden.

Ziel ist es, eine dauerhafte Lösung zu finden, und da spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, die erst noch geklärt werden müssen, um Schloss und Vorplatz zu schützen.

Übrigens: In den 1870er Jahren war der Schlosspark nachts abgesperrt.

Quelle: RP
 
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