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Düsseldorf
Gewitter verhindert Parade in Benrath

Düsseldorf: Gewitter verhindert Parade in Benrath
Die Benrather Schützen feierten diesmal in der neu renovierten Festhalle. Die Kirmes entfällt, weil nicht genug Schausteller gefunden werden konnten. FOTO: Günter von Ameln
Düsseldorf. Die Benrather Schützen zogen am Schloss vorbei, die Proklamation verlegten sie wetterbedingt in die neue Festhalle. Von Ina Armbruster

Eigentlich freuen sich die Benrather Schützen darüber, dass sie nach vielen Jahren wieder eine Festhalle haben, in der sie feiern können - doch am Sonntag zogen sie etwas früher in das neu umgebaute Eventcenter an der Bayreuther Straße ein, als ihnen lieb war. Für 16 Uhr war eigentlich die große Parade vor dem Schloss und die Proklamation der neuen Majestäten angesetzt, doch das Wetter machte den Schützen einen Strich durch die Rechnung. Kurz zuvor zog ein Gewitter auf und das brachte nicht nur Regen, sondern auch einen Hagelschauer mit sich. "Leider mussten wir vergangenes Jahr wetterbedingt die Parade ausfallen lassen.

Deswegen haben wir uns dieses Mal entschieden, wenigstens ohne Parade am Schloss vorbeizuziehen", sagte Frank Moser, Sprecher der Schützenbruderschaft St. Cäcilia Benrath. Nicht das einzige Mal, dass sich die Mitglieder gestern dem Wetter anpassen mussten: Da es morgens bereits sehr heiß war, fiel die Abholung der amtierenden Majestäten wesentlich kürzer aus als üblich. "Wir sind nur mit einer kleinen Gruppe losmarschiert, um den Prinzen und den König abzuholen. Den Musikern wollten wir nicht zumuten, bei den Temperaturen lange zu spielen und die älteren Schützen sind auch vorsichtshalber in der Halle geblieben", erklärte Moser. Dass es heiß wird, wussten die Teilnehmer vorher, deswegen stand eine Entscheidung außer Frage: Für die Schützen gab es die so genannte "Marscherleichterung", das heißt, sie mussten beim Umzug durch den Stadtteil nicht das sonst vorgeschriebene Jackett tragen.

Pitschnass zogen die Schützen gegen 16 Uhr in die Festhalle ein. Nur die wertvollen weißen Federn auf einigen der Hüte blieben verschont - schließlich haben die Träger für den Regenfall immer eine entsprechende Schutzhülle dabei. Die konnten sie schnell wieder entfernen, denn kaum waren die Schützen angekommen, strahlte schon wieder die Sonne. Ehe es im Programm weiter ging, gab es allerdings noch eine Stunde Zwangspause: Wer nahe genug wohnte, konnte sich schnell zu Hause umziehen oder sich Ersatzgarderobe bringen lassen, alle anderen mussten auf eine schnelle Trocknung im Sonnenschein hoffen.

Mit etwas Verspätung wurde sie dann aber doch noch nachgeholt, die Proklamation der neuen Majestäten. Neuer Regimentskönig ist der 25-jährige Christian Vogt vom Tambour Korps Cäcilia. An seiner Seite wird Freundin Michelle Ems regieren. Außerdem fiel das Los auf den 23-jährigen Christian Pohler von der St. Sebastianus Kompanie, der nun ein Jahr lang das Amt des Prinzen innehat. Der junge Mann mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) ist nicht nur Fahnenträger seiner Kompanie, sondern auch begeisterter Sportler. In wenigen Wochen wird er an den Special Olympics in Los Angeles teilnehmen.

Eine Besonderheit im Düsseldorfer Schützenwesen ist das Verfahren mit denen die Benrather ihren König ermitteln: Meist wird derjenige König, der es schafft, den Klotz abzuschießen. Die Benrather dagegen zählen die Gesamtzahl der Schüsse, die insgesamt benötigt wurden, um den Klotz zu Fall zu bringen. Dann erhält jeder, der gerne König werden würde, drei Losnummern - unabhängig davon, ob er am Schießen teilnimmt. Nach einer bestimmten Formel werden dann die Zahl der Schüsse und die Zahl der Lose miteinander verrechnet. Aus dem Ergebnis ergibt sich die Zahl des Gewinnerloses. Wer dieses besitzt darf ein Jahr lang das Amt des Prinzen beziehungsweise des Regimentskönigs bekleiden.

Quelle: RP
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