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Düsseldorf
Goethe-Schüler treffen auf Pegida

Düsseldorf: Goethe-Schüler treffen auf Pegida
Die Pegida-Demo vor dem Dresdener Theater aus Sicht der Schüler. FOTO: privat
Düsseldorf. Eine 17-Jährige erzählt vom Zusammentreffen mit Demonstranten in Dresden. Von Oliver Burwig

Spricht Britta N. (Name geändert) von ihren Erlebnissen am Montag, dann merkt man, dass die Schülerin des Goethe-Gymnasiums tief betroffen ist. Gemeinsam mit etwa hundert Schülern zwischen zwölf und 18 Jahren stand sie vor der Tür des Dresdner Schauspielhauses, als 6500 Pegida-Demonstranten vorbeizogen. Sie sollen die Schüler beschimpft und einige von ihnen sogar angegriffen haben.

Schon bevor die Theatergruppe des Düsseltaler Gymnasiums mit der Straßenbahn am Schauspielhaus angekommen war, konnte N. ihren Augen kaum trauen: In der Nähe der Frauenkirche sollen drei Viertel der Fahrgäste ausgestiegen sein und sich Pegida angeschlossen haben. "Das war schockierend", sagt die 17-Jährige, die mit ihren Mitschülern jedoch wie geplant in die Vorstellung des "Schultheater-Festivals" ging, das ihre Gruppe am Sonntag eröffnet hatte.

Nach Vorstellungsschluss wollten die Schüler das Haus verlassen. Was sie vor der Tür sahen, hatten sie nicht erwartet: Tausende Menschen, die direkt vor dem Theater entlangzogen. "Das hörte gar nicht mehr auf", sagt die Schülerin. "Flaggen, hasserfüllte Gesichter, eine unglaubliche Energie." Neben rechtsextremen Ausrufen sollen sich einige Demonstranten mit "Faules Pack!" und "Geht lieber zur Schule!" an die Schüler gewandt haben.

Drei erwachsene Männer sollen am Rande des Geschehens einen etwa zwölfjährigen Jungen geschubst haben, ehe Polizisten in Zivil sie zurückdrängten. "Meine Freundin stand neben mir und brach in Tränen aus, der Aufzug hörte gar nicht mehr auf", sagt N.

Bisher habe sie gedacht, mit ihrer Meinung gegen Pegida in der Mehrheit zu sein. Beim Anblick der Menge an Demonstranten seien sie und ihre Mitschüler sich nicht mehr so sicher gewesen sein. Seit dem Erlebnis überlege N., an der Dügida-Gegendemo teilzunehmen. Sicher ist sie sich jedoch noch nicht: "Man sollte denen eigentlich keine Zuschauer geben." Vom Stück, das sie mit ihrer Gruppe einen Tag zuvor aufgeführt hatte, soll Pegida nichts gewusst haben: "Melilla", eine Geschichte über Flüchtlinge.

Quelle: RP
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