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Düsseldorf-Süd
Graf: Nicht jede Baulücke zubauen

Düsseldorf-Süd: Graf: Nicht jede Baulücke zubauen
Fast 22 Hektar groß ist das Areal, das nun überplant werden soll - mit Wohnungen sowie Flächen für Gewerbe. FOTO: Stadt
Düsseldorf-Süd. Am 18. Januar wird der Sieger des Städtebaulichen Wettbewerbs für die Industriebrache an der Hildener Straße gekürt. Der Bezirksbürgermeister hofft auf eine kleinere Zahl von Wohnungen. Er ist gegen den Gigantismus beim Bauen. Von Andrea Röhrig

Dass Oberbürgermeister Thomas Geisel das frisch begonnene Jahr als das Jahr des Städtebaus in Düsseldorf bezeichnet, hinterlässt bei Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf auch Sorgenfalten. Dabei geht es nicht nur darum, dass beide das Parteibuch trennt und man deswegen sowieso schon oft konträrer Ansicht ist: Geisel ist Sozial-, Graf hingegen Christdemokrat.

Der CDU-Mann sieht mit Sorge, dass in der Stadt nun allerorten auch die noch so kleinsten Lücken zugebaut würden, um bezahlbaren Wohnraum für all die vielen Menschen zu schaffen: "Das ist doch viel zu kurzsichtig gedacht; wir berauben unsere Stadt dabei um etwas, was sie lebenswert macht. Aus meiner Sicht macht es keinen Sinn, dass die Stadtspitze so partout will, dass Düsseldorf weiter wächst; denn das verursacht im Umkehrschluss auch immense Kosten, etwa beim Bau von Kindertagesstätten."

Bestes Beispiel, dass gut gewollt noch lange nicht gut gemacht ist, ist für ihn die Paulsmühle. Denn dort sollen ja neben dem Albecht-Dürer-Berufkolleg weitere Wohnungen entstehen - so um die 500 könnten es werden. Für Graf ist das alles zu kurz gedacht: "Es hat sich im Vorfeld der drei Großprojekte in dem Viertel im Benrather Osten keiner Gedanken über die Verkehrslenkung gemacht." Ob man dieses entstehende Problem in der Paulsmühle so wird lösen können, dass die Anwohner damit gut werden leben können, hält Graf für fraglich. Er gibt sogar die Hoffnung nicht auf, dass das neue Wohngebiet, für das aktuell der Bebauungsplan aufgestellt wird, deswegen erstmal nicht kommt. Da ist aber der Wunsch wohl der Vater des Gedankens. Denn der Verkauf dieses Areals soll auch ein stückweit zur Gegenfinanzierung des Dürer-Kollegs beitragen. Die Berufsschule baut die Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) gerade für rund 70 Millionen Euro im Auftrag der Stadt. Doch Graf zweifelt, dass der Verkaufserlös dieses Grundstücks überhaupt einen höheren zweistelligen Millionenbetrag einbringen wird.

Bereits kommenden Woche soll sich entscheiden, was auf der rund 22 Hektar großen Industriebrache an der Hildener Straße entstehen soll. Am Donnerstag, 18. Dezember, ab 18 Uhr in der Aula im Schulzentrum Hospitalstraße stellen die teilnehmenden Planungsbüros ihre Entwürfe abschließend dem Preisgericht und der Öffentlichkeit vor. Danach tagt die Jury nochmals und entscheidet über den Siegerentwurf. Weitere um die 600 Wohnungen oder auch mehr könnten dort entstehen. Viel zu viele, findet Graf: "Ich will dort keine neue Hochhaussiedlung wie in Hassels-Nord." Und auch dort, so der Bezirksbürgermeister, sei das Verkehrsproblem innerhalb des Verfahrens noch nicht vernünftig mit angepackt worden.

Für die Sitzung des Bezirksvertretung 9 am 26. Januar, 16 Uhr, im Benrather Rathaus will die SPD die Stadt per Antrag zwei Varianten zur Verkehrsentlastung auch der Paulsmühler Anwohner prüfen lassen: ob die vorhandenen Freiflächen im Kreuzungsbereich zwischen der BAB 59 - Hildener Straße Schwarzer Weg den Ausbau einer weiteren Auf- und Zufahrt zur Autobahn zulassen und ermöglichen oder ob eine zusätzliche Auffahrt zur Frankfurter Straße in Fahrtrichtung Süd im Bereich Südallee/Schwarzer Weg gebaut werden kann.

Quelle: RP
 
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