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Bei Sprayer-Wettbewerb
Graffiti in Düsseldorf-Garath verherrlichten Gewalt

Bei Sprayer-Wettbewerb: Graffiti in Düsseldorf-Garath verherrlichten Gewalt
Entsetzen herrscht über das Bild, das ein unbekannter Sprayer bei einem offiziellen Wettbewerb auf die zwei Meter hohe und sechs Meter lange Wand der Garather Feuerwache sprühte. FOTO: RP
Düsseldorf. Bei einem Sprayer-Wettbewerb des SOS-Kinderdorfs entstanden an der Feuerwache in Düsseldorf-Garath Bilder, die die Gewaltszenen beim G 20-Gipfel in Hamburg feierten. Inzwischen sind sie geschwärzt. Der Skandal hat ein Nachspiel im Rat. Von Birgit Wanninger

Die Szene zeigt den Moment vor dem Angriff: Ein Vermummter hält ein Molotow-Cocktail in der rechten und einen Baseball-Schläger in der linken Hand. Ihm gegenüber steht ein Polizist, dessen Helm bereits demoliert ist. "Friede, Freude, Bullenklatschen", steht zwischen den beiden Männern in typischer Sprayer-Schrift geschrieben.

Marc Vogel, Chef der Feuerwehrwache in Garath, traut seinen Augen nicht, als er am Montag an der Wand der Wache dieses Bild sieht. Er hatte die Fläche für einen Sprayerwettbewerb zur Verfügung gestellt. Vogel reagiert sofort, dokumentiert das gewaltverherrlichende Graffito, das an der zwei Meter hohen und sechs Meter langen Mauer prangt. Dann lässt er es teilweise schwärzen, ebenso ein zweites Bild, das sich gleich über drei Mauerblöcke, also 18 Meter erstreckt. "Eins, zwei, drei, letzte Schanze vorbei", steht dort in großen Lettern, auch dort wird auf die Krawalle beim G 20-Gipfel angespielt. Zu sehen ist unter anderem ein Schlossturm mit Molotow-Cocktails.

Über mehr als zehn Meter erstreckte sich dieses Graffito, bei dem der Schlossturm Molotow-Cocktails in Händen hält. FOTO: RP

Damian Bautsch, freischaffender Fassaden- und Mediengestalter, organisiert seit fünf Jahren den Graffiti-Wettbewerb anlässlich des Jugendfests von SOS-Kinderdorf. Er zeigt sich gegenüber unserer Redaktion geschockt. Er habe inzwischen die umstrittenen Graffiti komplett geschwärzt. Viel zu spät habe er das Graffito mit der "Bullenklatsche" erkannt. Denn als Auflage der Feuerwehr, die die Mauer zur Verfügung stellt, gilt: keine politischen, sexistschen oder fremdenfeindlichen Motive. Ein Grafitto sei in der Regel erst zu erkennen, wenn es zu 95 Prozent fertig sei, versucht Bautsch zu erklären.

600 Euro Zuschuss hat die Bezirksvertretung 10 für die Aktion in Aussicht gestellt. Geld, das es nun wohl nicht gibt. Die Garather Ratsfrau Angelika Kraft-Dlangamandla (Linke) hat die Verwaltung gebeten, das Geld zu sperren. "Das geht überhaupt nicht", sagt sie.

Die Graffiti wurden übermalt, jetzt ist die Wand der Feuerwache beinahe komplett schwarz. FOTO: Wanninger

Die Aktion sei für Garath ein Skandal, sagt CDU-Ratsherr Klaus Mauersberger und ergänzt: "Durch die strafbaren Tags ist die Graffiti-Szene in Verruf geraten." In der morgigen Ratssitzung will die CDU zu der Aktion eine Anfrage stellen. Ihr geht es vor allem um die Strafverfolgung der Sprayer. Bei der Polizei ist keine Anzeige eingegangen, die Stadt aber hat den Vorfall gemeldet. Organisator Bautsch kennt nach eigenen Angaben weder den Sprayer noch dessen Namen.

Lesen Sie hier einen Kommentar zu den Graffiti in Garath: "In wenigen Stunden alles kaputtgemacht"

 

Quelle: RP
 
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