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Grand Depart in Düsseldorf
Das hat die Stadt zur Tour vereinbart

Grand Depart zur Tour de France in Düsseldorf: Das hat die Stadt vereinbart
Sogar die Gestaltung der Zierbeete im Nordpark steht derzeit im Zeichen der Tour de France. FOTO: Stadt Düsseldorf
Düsseldorf. Die Stadt Düsseldorf will den Vertrag mit der A.S.O., dem Veranstalter der Tour de France, nicht veröffentlichen. Im holländischen Utrecht war man da vor zwei Jahren entspannter. Was über das Dokument bekannt ist – und wo es noch Konflikte geben könnte. Von Adrianne de Koning und Arne Lieb

Er ist das umstrittenste Dokument im Rathaus: Der Vertrag zwischen der Stadt und der Amaury Sport Organisation (A.S.O.). Seit der Tour-Veranstalter am 22. Dezember 2015 verkündet hat, dass der Grand Départ nach Düsseldorf geht, mutmaßen CDU und FDP, dass die städtischen Verhandler einen schlechten Deal gemacht haben. Die beiden Fraktionen hatten gegen die Tour-Bewerbung gestimmt.

Eine eigene Meinung können sich Bürger nicht bilden: Düsseldorf veröffentlicht das Dokument nicht. Die A.S.O. habe darum gebeten, um Verhandlungen mit anderen Städten nicht zu erschweren, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) im Stadtrat. Utrecht, Tour-Startort 2015, war freigiebiger: Der Vertrag lässt sich im Internet nachlesen.

Die erste Etappe der Tour de France 2017

Durch den Blick auf Utrecht, Recherchen unserer Redaktion und Veröffentlichungen der Stadt ergeben sich aber wesentliche Bestandteile des Papiers. Das ist vereinbart:

Lizenzgebühr Düsseldorf entrichtet 4,5 Millionen Euro an die A.S.O., dazu kommen 500.000 Euro für Hospitality-Rechte. Die letzte Tranche der Zahlung steht noch aus. Das ist wichtig, falls es einen Doping-Skandal gibt und die ARD als Folge aussteigt. Dann dürfte Düsseldorf die letzte Zahlung verweigern - das schon entrichtete Geld wäre aber weg.

3500 Teilnehmer radeln bei Race am Rhein durch Düsseldorf FOTO: dpa, a htf

Sponsoren und Händler Es ist im Detail geregelt, welche Firmen wo präsent sein dürfen: Rund um die Strecke und in einem 500-Meter-Radius um den Startbereich gilt eine Sperrzone, in der nur Banner der Sponsoren erlaubt sind. Nicht-erlaubte Transparente kann die Stadt einziehen. Düsseldorf hat für die eigenen Sponsoren bestimmte Rechte verhandelt, etwa ein 2000-Meter-Banner an der Strecke und ein Veranstaltungsplakat auf der Kö. Wer Speisen oder Getränke an der Strecke verkaufen will, muss einen Platz erwerben. Diese Einnahmen gehen an die Stadt. Düsseldorf darf zudem bis zu 10.000 VIP-Plätze an der Strecke vermarkten. Diese Zusage ist unnötig großzügig: Der Platz in den vier VIP-Zonen reicht nur für 8500 Menschen - und verkauft sind bislang nur 4000 Tickets.

Organisation und Sicherheit Die Stadt muss für eine gelungene Durchführung sorgen. Das ist der größte Brocken bei den Kosten. Die Verwaltung hat die Strecke erarbeitet, die A.S.O. hat sie genehmigt. Die Organisation bedeutet in der Praxis mehr als 2000 Helfer, ein sachkundiges Konzept, wie Hunderttausende Menschen sicher das Sport-Event erleben können und Material wie allein rund 110 Kilometer Absperrgitter. Zu den Vorkehrungen gehört ein Flugverbot für Drohnen und Sichtflüge. Der Linien- und Charterverkehr am Flughafen ist nicht eingeschränkt. Die Maßnahmen machen einen Großteil der geplanten Kosten von 13 Millionen Euro aus. 7,9 Millionen Euro will die Stadt größtenteils durch Sponsoren einnehmen, rund fünf Millionen Euro müssten aus der Stadtkasse entrichtet werden. Abgerechnet wird im Herbst - politischer Streit garantiert. Die FDP hat angekündigt, alle Zahlen sehen zu wollen.

So verläuft die erste Etappe der Tour de France:

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Diverses Die A.S.O. darf im Nordpark ihr Dorf für VIP-Gäste aufbauen. Die Stadt sichert außerdem 1500 Parkplätze für von der A.S.O. lizenzierte Fahrzeuge zu. Düsseldorf darf sich wiederum an einigen Stellen präsentieren, unter anderem in der Tour-Karawane, die vor dem Feld fährt. Die Franzosen verlangen zudem Mülltrennung; das ist ohnehin Standard bei Groß-Events.

Quelle: RP
 
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