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Düsseldorf
Große Fahrkartenkontrolle der Rheinbahn

Düsseldorf . Die Rheinbahn kontrollierte in der Nacht zu Samstag in einer großangelegten Aktion Fahrkarten. Auch die Polizei war beteiligt und überprüfte gezielt Personen, die aus Nordafrika stammen könnten. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen.  Von Marc Ingel

Parallel zu der nächtlichen Fahrkartenkontrolle der Rheinbahn an der U-Bahn-Station Steinstraße waren am Freitagabend ab 20.30 Uhr für rund zwei Stunden auch 20 Polizeibeamte der Sondereinsatztruppe Prios ("Präsenz und Intervention an offenen Szenen und Brennpunkten") vor Ort, die gezielt Personen überprüften, die augenscheinlich aus nordafrikanischen Ländern stammten. Dabei wurde ein 25-Jähriger vorläufig festgenommen, der mit gleich zwei Haftbefehlen, ausgestellt von den Staatsanwaltschaften in Hamburg und Itzehoe, gesucht wurde.

Diese waren wegen mehrerer Betrugsdelikte zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren ausgeschrieben. Wie Polizeisprecher Markus Nieszery erklärt, habe der in Deutschland geborene Mann einen in Hamburg ausgestellten, bereits abgelaufenen Reisepass vorgelegt. "Ein großes Lob an Prios, denn auch wenn das Passbild zehn Jahre alt war: Augenfarbe, Größe, alles schien zu stimmen. Dennoch wurden die Kollegen skeptisch, und eine Überprüfung ergab, dass der Ausweis als gestohlen gemeldet war." Wie sich herausstelle, hatte der Mann zudem mehrere als gestohlen gemeldete Kreditkarten mit unterschiedlichen Personalien bei sich sowie Abrechnungsbelege, die bewiesen, dass er diese kürzlich auch eingesetzt hatte. Außerdem wurden bei ihm geringe Mengen von Betäubungsmittel gefunden.

Insgesamt seien 100 Personen überprüft und fünf Strafanzeigen ausgeschrieben worden, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zwei weitere Männer wurden vorläufig festgenommen, da bei ihnen der Verdacht des illegalen Aufenthalts bestand. "Dieser Einsatz unterstreicht einmal mehr, dass das Projekt Casablanca der Polizei nicht nur auf Analyse am Schreibtisch beschränkt ist. Außer den beiden Großrazzien haben wir bereits regelmäßige Einzelüberprüfungen durchgeführt, in diesem Rahmen ist auch der Einsatz von Freitagabend zu sehen. Dass wir solchen Kriminellen nicht auf den Leim gehen, ist natürlich auf die Erfahrungen zurückzuführen, die wir in den vergangenen Wochen sammeln konnten", sagt Nieszery. Bei der Nachtkontrolle der Rheinbahn wurden am Freitagabend bis Samstagmorgen,3.45 Uhr, annähernd 5500 Personen überprüft. 369 Fahrgäste wurden ohne gültigen Fahrausweis erwischt (entspricht einer Quote von 7,35).

Die Rheinbahn setzte dabei 30 Kontrolleure ein, die von acht Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma sowie neun Polizisten unterstützt wurden. Dabei wurden zunächst Bahnen, die vom Hauptbahnhof in Richtung Altstadt fuhren, an der U-Bahn-Station Steinstraße angehalten. Innerhalb von jeweils rund drei Minuten wurden sämtliche Fahrgäste überprüft. Schwarzfahrer mussten außerhalb der Bahn ihre Personalien angeben, konnten die fälligen 60 Euro Geldbuße dann sofort zahlen, oder sie bekamen einen entsprechenden Ausdruck mit und haben nun Zeit, die fällige Summe innerhalb von 14 Tagen zu begleichen. Im Laufe der Nacht wurden dann Bahnen kontrolliert, die aus der Altstadt in Richtung Bahnhof fuhren.

Insgesamt zog Hermann Hamacher, Sachgebietsleiter Fahrausweisprüfung bei der Rheinbahn, um kurz vor 4 Uhr ein zufriedenes Fazit: "Natürlich wurde der ein oder andere auch schon mal frech oder aggressiv, zu nennenswerten Handgreiflichkeiten kam es aber nicht. Wir machen so etwas natürlich zur Abschreckung, dass die Menschen wissen, auch am späten Abend sollte man nicht ohne Ticket mit der Bahn fahren. Gleichzeitig belohnen wir damit aber ja auch diejenigen, die jederzeit mit gültigem Fahrausweis unterwegs sind."

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