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Düsseldorf
Große Koalition für Möbel-Krieger in Rath

Düsseldorf: Große Koalition für Möbel-Krieger in Rath
CDU und SPD sind dafür, dass Krieger/Höffner das Grundstück an der Autobahn 52 bebauen, Grüne und FDP plädieren für ein Möbelhaus Schaffrath nahe dem ISS Dome. Auf der Freifläche in der Mitte sollte ein Bauhaus errichtet werden. Das Grundstück ging inzwischen zurück an Krieger, jetzt ist Bürobebauung im Gespräch. FOTO: V. Weber
Düsseldorf. Seit Jahren gibt es an der Theodorstraße ein Hin und Her zwischen den Möbel-Unternehmen Krieger und Schaffrath. Auch Bauhaus spielt dabei eine Rolle. Nun positionieren sich die Ratsfraktionen: Hier CDU und SPD, dort Grüne und FDP. Von Julia Brabeck und Denisa Richters

Der Kampf der Möbelhäuser an der Theodorstraße in Rath ist offenbar entschieden - mit interessanten politischen Mehrheiten: CDU und SPD sprechen sich für das Konzept des Krieger-Konzerns aus, zu dem die Marken Höffner, Sconto und Kraft gehören. Grüne und FDP, die im Stadtrat mit der SPD in einem Ampel-Bündnis sind, favorisieren hingegen die Pläne von Schaffrath, sind aber damit im Rathaus in der Minderheit. Am Mittwoch ist das Thema im Planungsausschuss.

Erhält das Berliner Unternehmen Krieger den Zuschlag, ist Schaffrath aus Mönchengladbach aus dem Rennen. Zwar wollen beide Firmen auf unterschiedlichen Grundstücken an der Theodorstraße bauen, doch dort gilt für das Möbelsegment eine Höchstgrenze von 40.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Schaffrath plant in dieser Größe, Krieger will drei Gebäude mit einem Haupthaus und insgesamt 58.000 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. Beides geht also nicht.

Gibt die Politik am Mittwoch im Fachausschuss und später im Rat mehrheitlich grünes Licht für Krieger, wäre damit ein jahrelanges Hin und Her beendet. Krieger hatte bereits 2012 einen Anlauf genommen, Grundstücke an der Theodorstraße gekauft und auch Interesse an einem Areal der Stadttochter IDR in der Nachbarschaft des ISS Dome gezeigt. Den Zuschlag für dieses Grundstück erhielt jedoch Schaffrath, das sich in Düsseldorf neben seinem Stammhaus in Bilk dort erweitern will. Es folgte ein erbitterter Streit zwischen Krieger und dem damaligen Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU). Der Möbel-Riese eröffnete schließlich Ende 2014 ein Höffner-Haus in Neuss.

Den Plan in Rath vergaß man jedoch nicht - und konnte offenbar CDU und SPD jetzt davon überzeugen. Auf der Fläche zwischen der Autobahn 52, Theodorstraße und Am Hülserhof sollen nun ein Hauptmöbelhaus, ein Designmöbelhaus sowie ein Möbel-Mitnahmemarkt im Bereich des früheren Autohauses Brüggemann entstehen. Oberirdisch sind 700 Stellplätze, in einer Tiefgarage weitere 400 geplant. Auch Schaffrath hatte der Politik ein fertiges Konzept für das frühere IDR-Grundstück vorgelegt, mit besonderer Architektur und einem Markensortiment, das Schaffrath exklusiv anbieten kann - eine politische Mehrheit überzeugte es jedoch wohl nicht.

"Wir sind für die große Lösung", sagt CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt und meint das Konzept von Krieger. "Es ist dringend erforderlich, dass das Grundstück dort entwickelt wird", sagt SPD-Fraktionschef Markus Raub. Wichtig sei außerdem, dass auch Bauhaus zum Zuge komme. Hintergrund der Überlegungen ist, dass zum einen die kontaminierte Brache entwickelt wird, auf der Krieger bauen will. Auf einem Eckgrundstück direkt nebenan sollte Bauhaus - im dritten Anlauf an der Theodorstraße - eine Filiale errichten, hat aber wegen der nach wie vor ausstehenden Baugenehmigung vor kurzem den Kaufvertrag rückgängig gemacht. Das Areal gehört jetzt wieder dem Vorbesitzer Krieger. Dort sollen laut Gutt nun Bürogebäude entstehen. Und für Bauhaus hofft man, dass Schaffrath dafür das frühere IDR-Grundstück freimacht, da es mit einem Möbelhaus an dieser Stelle dann nicht mehr zum Zuge kommt.

"Wir sollten Schaffrath unterstützen", fordert hingegen FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Das Konzept gefalle ihr gut, "es ist außerdem ein regionales Unternehmen, bei dem wir im Wort stehen". Auch die Grünen befürworten die Schaffrath-Pläne: "Der Vorentwurf ist attraktiv umgesetzt, die Architektur auch", sagt Astrid Wiesendorf, planungspolitische Sprecherin der Grünen. Sie plädiert dafür, dass Schaffrath auch bei einem Zuschlag für Krieger an Bord bleibt. Wettbewerb sei gut, und es müsse sich erst zeigen, ob Krieger auch wirklich bauen werde.

Quelle: RP
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