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Serie Die Düsseldorfer Schullandschaft
Grundschulen stellen die Weichen

Serie Die Düsseldorfer Schullandschaft: Grundschulen stellen die Weichen
(v. l.) Mieke, Clara, Greta, Maxim, Tim und Johanna lesen nachmittags im Bücherei-Raum der Carl-Sonneschein-Schule in Düsseltal. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Moderne Eltern gucken schon bei der Auswahl der Grundschule genauer hin. Im Stadtgebiet gibt es über 90 Grundschulen - 88 sind in städtischer Hand. Seit 2009 wächst die Zahl der Grundschulkinder in der Landeshauptstadt. Von Jörg Janssen

Vom i-Dötzchen bis zum Ende der klassischen Kindheit: In den Grundschulen prägen Pädagogen die weitere Entwicklung der Kinder. Ein Überblick über den Bestand und die wichtigsten Entwicklungen.

Schultypen 88 städtische Grundschulen gibt es zurzeit. Davon sind 33 katholisch ausgerichtet (KGS), fünf evangelisch (EGS). Der Rest vermeidet eine bestimmte religiöse Ausrichtung, daher der Name Gemeinschaftsgrundschule (GGS). Einige städtische Schulen haben sich auf die Montessori-Pädagogik spezialisiert. Hinzu kommen nicht-kommunale Angebote unter anderem an der französischen, der internationalen, der japanischen, der griechischen sowie der jüdischen Schule. Jenseits dieser besonderen Angebote ist für die Eltern die Nähe zur Wohnung (seltener: zum Arbeitsplatz) ausschlaggebend. Das Kind soll nach dem Motto "kurze Beine, kurze Wege" möglichst nicht so lange auf Straßen oder im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein. Deshalb sind auch an den konfessionell ausgerichteten Schulen die Kinder bunt gemischt. "Bei uns sind 45 Prozent der Jungen und Mädchen katholisch, 30 Prozent evangelisch, hinzu kommen einige orthodoxe Cristen sowie eine Hand voll Muslime. Der große Rest ist ohne Bekenntnis", sagt Birgit Nösser, Leiterin der Carl-Sonnenschein-Schule an der Graf-Recke-Straße in Düsseltal.

Schülerzahlen Seit dem Schuljahr 2009/10 steigt die Zahl der Düsseldorfer Grundschüler. Zum Vergleich: 2014/15 besuchten 1800 Jungen und Mädchen mehr eine städtische Grundschule als 2009/10. Zurzeit gehen knapp 20.000 Kinder auf eine der städtischen Grundschulen. Im Jahr 2020/21 werden es nach den Prognosen aus der jüngst vorgelegten vierten Schulentwicklungsplanung 21.300 sein - ohne die jungen Flüchtlinge, die seit dem Frühjahr verstärkt auch nach Düsseldorf kommen.

Baulicher Zustand Der ist von Schule zu Schule unterschiedlich. Grobe, von vielen Eltern als Zumutung empfundene Mängel in den Sanitäranlagen, wurden inzwischen weitgehend beseitigt. Ein entsprechendes Programm "Sanieren macht Schule" hatte noch der frühere Oberbürgermeister Dirk Elbers auf den Weg gebracht. Dennoch gibt es an manchen Standorten Baustellen - und das durchaus im Wortsinne. Denn wegen des massiven Drucks beim Thema Zuzug werden eine Reihe von Grundschulen erweitert. Alle Projekte koordiniert die Gruppe "Schulische Hochbaumaßnahmen". Für den Übergang kann das auch bedeuten, dass Kinder im Container unterrichtet werden.

Wahlverhalten Generell gilt: Moderne Eltern gucken schon bei der Auswahl der Grundschule genauer hin. "Offenheit, aber auch unser besonderes Sportangebot mit eigener Motorikhalle und mehr Sportstunden als üblich, sind für manche Mutter oder manchen Vater ausschlaggebend", sagt Kornelius Knettel, der in Oberbilk die GGS Sonnenstraße leitet. Diesen Trend beobachtet auch Birgit Nösser. "Zum religiösen Profil, das wir bewusst betonen, kommen Punkte wie unser Schulorchester oder Einrichtungen wie der Klassenrat oder das Kinderparlament, die der Streitschlichtung dienen." Echte "Rankings" oder "Ratings" wie in den USA oder Großbritannien kennt Nösser für ihre Schulform nicht.

"Wir müssen auch nicht alles kopieren, was im angelsächsischen Raum gemacht wird. Am Ende bleiben ja die Menschen vor Ort das entscheidende Kapital. Und die lernt man immer noch am besten persönlich kennen."

Quelle: RP
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