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GSG9-Einsätze: Was wir bisher wissen - und was nicht

Fotos: GSG9 stürmt Wohnungen in Düsseldorf
Fotos: GSG9 stürmt Wohnungen in Düsseldorf FOTO: Arne Lieb
Düsseldorf/Schwelm. Am frühen Donnerstagmorgen haben Spezial-Einsatzkräfte der Polizei Wohnungen in Düsseldorf und Schwelm durchsucht. Auch die Eliteeinheit GSG9 war daran beteiligt. Hier sind die bisher bekannten Fakten im Überblick. 
 
Von Judith Conrady und Rainer Leurs

Die Einsatzorte

Was wir wissen: Spezial-Einsatzkräfte der Polizei schlugen am frühen Donnerstagmorgen an drei verschiedenen Orten zu: Razzien gab es in zwei Wohnungen in Düsseldorf-Flingern und in Reisholz und einer weiteren in Schwelm bei Wuppertal. Das bestätigte uns die zuständige Staatsanwaltschaft in Berlin. An den Einsätzen war das Bundespolizei-Spezialkommando GSG9 beteiligt. Eine der Wohnungen befindet sich an der Lichtstraße in Düsseldorf-Flingern, im selben Gebäude wie das Schnellrestaurant "Pastasatt". Auch am Vormittag waren noch Spezialeinsatzkräfte vor Ort.

Was wir nicht wissen: Wo genau es zu den beiden anderen Einsätzen in Düsseldorf und Schwelm kam, ist bislang unklar.  

Die Verdächtigen

Was wir wissen: Vier Verdächtige sollen versucht haben, sich in Berlin gefälschte französische Pässe zu besorgen. Diese Pässe wurden von der Polizei beschlagnahmt. Festnahmen gab es im Zusammenhang mit den Razzien nicht, wie uns ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte. 

Bei den Verdächtigen handelt es sich nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft um Angehörige der islamistischen Szene. Es gebe aber keine Erkenntnisse über einen möglichen Zusammenhang zu den Terror-Anschlägen in Paris am 13. November. Auch gebe es keine Hinweise auf einen möglichen terroristischen Hintergrund. Laut Staatsanwaltschaft wurden bei den Durchsuchungen Computer und Unterlagen sichergestellt.

Was wir nicht wissen: Warum die Verdächtigen sich französische Pässe kaufen wollten, ist noch unklar. Offen ist auch, in welchem Zusammenhang die Razzien durchgeführt wurden - ging es tatsächlich nur um gefälschte Reisedokumente? Dagegen spricht der Einsatz hoch gerüsteter Einsatzkräfte. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte unserer Redaktion, die GSG9 sei hinzugezogen worden, weil man vermutete, dass die Verdächtigen bewaffnet sein könnten. Die Aktion war also potenziell gefährlich.  

Eine Anfrage bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ergab zudem, dass die Behörde in der Landeshauptstadt über den Einsatz vorab nicht informiert war. Das könnte zwei Gründe haben: Entweder wurden die Razzien sehr kurzfristig anberaumt - oder es deutet, so formuliert es die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, darauf hin, dass es um "sehr ernsthafte Vorgänge" gehe. Ein Sprecher sagte jedoch auch: Bisher gab es keine Anzeichen dafür, dass in der Region bekannte radikale muslimische Gruppen etwas mir den Pariser Anschlägen zu tun haben. 

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