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Düsseldorf
Intendant will Theater-Auszug verschieben

Günther Beelitz will Theater-Auszug verschieben
Günther Beelitz, der aktuelle Intendant des Schauspielhauses, plädiert wegen Unwägbarkeiten dafür, die Sanierung des Theaters auf Juni 2016 zu verschieben. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Das Düsseldorfer Schauspielhaus kommt nicht zur Ruhe: Ein Jahr bevor mit Wilfried Schulz der neue Intendant von Dresden nach Düsseldorf wechselt, sorgen die beim Kö-Bogen II geplanten Bauarbeiten vor dem Theater in Kombination mit der avisierten Sanierung des Schauspielhauses für massiven Ärger. Von Denisa Richters und Uwe-Jens Ruhnau

Vieles deutet darauf hin, dass sich der Start der Bauarbeiten auf dem Gustaf-Gründgens-Platz deutlich verzögert. Experten gehen inzwischen davon aus, dass Abriss und Neubau der Tiefgarage unter dem Platz frühestens im Sommer 2016 beginnen werden. Das wäre fast ein Dreivierteljahr später, als bisher vorgesehen.

Ein Baubeginn im November 2015 war Informationen unserer Redaktion zufolge jedoch die Basis für den eng getakteten Zeitplan, der auch mit der parallel laufenden Sanierung des Schauspielhauses abgestimmt war. Das Problem ist offenbar nicht der Neubau der TieIfgarage, sondern die Ungewissheit in vielen Punkten beim Entwurf von Christoph Ingenhoven.

Das sind die Entwürfe für den Kö-Bogen II FOTO: Ingenhoven/ Doug and Wolf

Dieser sieht auch vor, den Rand des Platzes zu bebauen - mit einem Gebäuderiegel an der Schadowstraße und einem gläsernen Pavillon mit begrüntem Dach an der Ecke zur Berliner Allee. Doch noch immer steht eine Einigung zwischen Oberbürgermeister Thomas Geisel und den Investoren über den Preis für ein städtisches Grundstück aus. In der Stadtverwaltung wird zwar unabhängig davon ein Bebauungsplan aufgestellt, doch der notwendige städtebauliche Vertrag, in dem Details wie Überfahrungsrechte geregelt werden, kann erst nach einer Einigung geschlossen werden. Zeitaufwändig sind anschließend auch die Vergaben der Bauaufträge sowie die Einrichtung dieser Baustelle mit einer riesigen Grube für die Tiefgarage auf dem Platz - direkt vor dem Portal des Theaters.

Für den neuen Intendanten Schulz würde das einen denkbar schlechten Start bedeuten. "Das wäre eine Katastrophe für ihn", sagt Alexander von Maravic, Geschäftsführer des Schauspielhauses. Denn selbst wenn die Theatersanierung den letzten Aussagen des Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe zufolge zu Beginn der Spielzeit am 1. November 2016 abgeschlossen wäre, stellt sich die Frage, wie die Baustelle davor sich auf den Betrieb und die Proben auswirken wird.

Der aktuelle Intendant Günther Beelitz hält sogar die nun geplanten Arbeiten für "mit der heißen Nadel gestrickt". Auf jeden Fall müssten zu einem späteren Zeitpunkt noch Fassade und Dach saniert werden. Angesichts der aktuellen Unwägbarkeiten plädiert Beelitz deswegen dafür, dass das Schauspielhaus in einem Rutsch ab Juni kommenden Jahres saniert wird. "Man sollte jetzt die Reißleine ziehen, sonst ist es vielleicht dafür zu spät." Schulz wollte sich gestern zu Details nicht äußern, sagte auf Anfrage nur: "Es findet derzeit eine Bestandsaufnahme der Situation statt. Wir analysieren aktuell die Lage und befinden uns in konstruktiven Gesprächen."

Kö-Bogen II: Entwurf von Ingenhoven FOTO: Ingenhoven

Informationen unserer Zeitung zufolge gab es gestern Abend ein Treffen mit Zuständigen beim Land, Oberbürgermeister Geisel, dem designierten Intendanten Schulz und dem Architekten Ingenhoven. Geisel betonte auf Nachfrage, er gehe davon aus, dass alles dennoch klappen könne.

Quelle: RP
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