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Düsseldorf
Gute Chancen für Verkauf eines Rathaus-Gebäudes

Düsseldorf. Die angesichts des neuen Haushaltslochs aufgekommene Idee, einen Teil des Rathaus-Komplexes (alte Kämmerei) zu verkaufen, stößt auf ein positives Echo. Ein Immobilienexperte hält dort eine Mischung aus Büro- und Wohnhaus für möglich.

 Immobilienmakler sehen Chancen, das Gebäude trotz der hohen Sanierungskosten von rund 21 Millionen Euro an den Mann zu bringen. "Die Lage ist hochinteressant, einmalig und nicht duplizierbar", sagt Hubert Breuer, Head of Agency beim Immobilienunternehmen CBRE: "Dafür gibt es auf jeden Fall einen Markt." Immerhin sei die Altstadt so etwas wie "die gute Stube der Düsseldorfer". Zudem liegt der Rhein nur wenige Hundert Meter entfernt, aus den oberen Etagen des Gebäudes dürfte man einen spannenden Ausblick haben. Und dass das Gebäude denkmalgeschützt ist, macht es aus steuerlicher Sicht interessant.

Aus der Ampel kam in der Debatte um Spar- und Verkaufsmöglichkeiten angesichts neuer schlechter Etat-Zahlen der Vorschlag, das denkmalgeschätzte Gebäude am Marktplatz nicht zu sanieren, sondern abzustoßen. "Ehe wir ein Schwimmbad oder eine Schule nicht bauen können, würden wir lieber auf diese Sanierung verzichten", sagte FDP-Ratsherr Manfred Neuenhaus. Er fordert, einen Verkauf zumindest zu versuchen.

Potenzielle Käufer des Komplexes sind aus Sicht des Immobilien-Experten Breuer keine großen institutionellen Anleger oder Fonds, sondern eher Family-Offices - also Firmen, die das Vermögen reicher Familien verwalten. Nutzen könnte man das Haus nach der Sanierung dann etwa für Büros: Rund 14 bis 18 Euro Miete je Quadratmeter hält Breuer dabei für erzielbar. "Das hängt davon ab, was bei der Sanierung passiert." Auch Wohnungen seien in den oberen Geschossen denkbar, und im Erdgeschoss könnten Gastronomie oder Handel einziehen.

Die großen Fraktionen begleiten die grundsätzliche Idee mit Sympathie, Grünen-Ratsherr Wolfgang Scheffler fordert die Verwaltung auf, vor der Entscheidung einen Gesamtplan für die künftige Unterbringung der städtischen Ämter vorzulegen. Man müsse bedenken, dass bald andere städtische Immobilien frei werden könnten, zum Beispiel, falls die Stadtbücherei vom Bertha-von-Suttner-Platz wegzieht. "Wir wissen, dass wir durchaus Platz haben", sagt Scheffler. Einen Verkauf der alten Kämmerei müsse man sich deshalb vorbehalten. "Das ist ein Filetstück."

(arl/nic)
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