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Düsseldorf
Haftstrafe für Diebstahl eines Bayern-Trikots

Düsseldorf. Für den Diebstahl eines Bayern-Trikots muss ein Asylbewerber (21) jetzt drei Monate lang ins Gefängnis. So urteilte am Montag eine Amtsrichterin im Schnellverfahren und schickte den jungen Mann wegen Fluchtgefahr direkt zurück in U-Haft.

Er hatte zwar zugegeben, ein Trikot des Deutschen Rekord-Fußballmeisters vor einer Woche in einem Supermarkt am Bilker Bahnhof gestohlen zu haben. Und regulär dürften Ersttäter auch im beschleunigten Verfahren mit einer Bewährungs-Chance rechnen. Hier aber war der 21-Jähriger erst wenige Tage zuvor wegen einer anderen Straftat schon abgeurteilt und gerade erst auf Bewährung entlassen worden.

Nicht mal 50 Euro sollte das Sportdress des FC Bayern München kosten, nur hatte der junge Marokkaner "leider kein Geld zum Bezahlen", so sein Anwalt. "Aber er wollte es halt haben."

Mit diesem Diebstahl hat der Angeklagte jedoch ein lupenreines Eigentor geschafft. Erst sechs Tage zuvor war er aus der Haft freigekommen, war zu acht Monaten Bewährungsstrafe wegen einer Körperverletzung verurteilt worden. Doch in der Unterkunft an der Schanzenstraße habe er festgestellt, dass während seiner U-Haft "alle meine teuren Sachen gestohlen waren", schimpfte er jetzt im Prozess.

Beschwerden bei der Polizei seien fruchtlos geblieben, er habe auch keine Bleibe mehr gehabt - also habe er das Meistertrikot ohne Bezahlung in eine Tasche gesteckt, um es zu verkaufen. "Ich hatte nur die Idee, von dem Geld Deutschland zu verlassen, ich habe ja keine Zukunft hier, keine Arbeit, keine Perspektive", übersetzte ein Dolmetscher.

Die Richterin wertete das aber schon als starkes Stück, sprach von einer "enormen Rückfallgeschwindigkeit" und schickte den 21-Jährigen direkt zurück ins Gefängnis. Sein Anwalt hatte noch erklärt: "Für keine Arbeit kann mein Mandant ja nichts!" Doch an der Einschätzung der Richterin änderte das nichts. Wer so kurz nach der Freilassung wieder straffällig wird, könne nicht mehr mit einer Geldstrafe davonkommen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

(wuk)
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