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Düsseldorf
Haftstrafe für versuchte Vergewaltigung im Zug

Düsseldorf. Fast dreieinhalb Jahre Haft hat das Amtsgericht gestern gegen einen wohnsitzlosen Familienvater (35) verhängt. Anfang des Jahres war eine Studentin (26) in einem Regionalexpress nur knapp der Vergewaltigung durch den 100-Kilo-Mann entgangen, weil andere Fahrgäste ihr zu Hilfe eilten.

Einer der Helfer wurde vom Angeklagten noch verprügelt, bevor er beim ersten Halt in Benrath nach kurzer Flucht von der Polizei festgenommen worden war. Im Prozess ließ er alle Vorwürfe über seinen Anwalt bestätigen.

Eigentlich sei der Vater von zwei Töchtern, dessen Lebensgefährtin in Serbien sich Ende 2015 von ihm getrennt hatte, zum Arbeiten nach Deutschland gereist. Weil er aber mangels Ausbildung auf dem Bau keinen Job fand, sich noch dazu mit Angehörigen überwarf, sei er auf der Straße gelandet, habe sich mit Diebstählen durchgeschlagen. Und ab November sei er "dem Alkohol verfallen", so der Verteidiger. So habe der 35-Jährige am Tattag mindestens zwei Flaschen Wodka geleert, in einer City-Boutique mit einer extra dafür präparierten Tasche 16 T-Shirts gestohlen und habe per Zug dann zu seiner Verwandtschaft nahe Aachen fahren wollen. Um sich und die Diebes-Beute vor Polizisten im Zug zu verstecken, habe der 35-Jährige die Zug-Toilette aufgesucht.

Als er dort aber auf die Studentin traf, hat er die Frau laut Anklage sofort misshandelt, ihr die Hose aufgeknöpft, sie mit dem Tode bedroht und ihr in den Schritt gefasst. Durch ihre Hilfeschreie alarmiert, eilten andere Mitfahrer herbei. Und der Angeklagte sei, so sein Anwalt, "wieder zu sich gekommen". Mit fast zwei Promille Alkohol im Blut habe er mit aller Gewalt entkommen wollen und die erste Chance am Benrather Bahnhof genutzt. Nach kurzer Verfolgung habe er sich vor den Polizisten unsittlich entblößt, mit Tritten und Schlägen gegen die Festnahme gewehrt, einen Beamten in die Hand gebissen - und im Streifenwagen mit einem Kopfstoß eine der Autoscheiben zertrümmert. "Er gibt das zu, weiß aber gar nicht, warum er das alles gemacht hat", so sein Verteidiger.

Das Gericht wertete die Attacke in der Zugtoilette als versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Dafür und für die übrigen Taten schickte das Gericht ihn mit einer Gesamtstrafe von drei Jahren und fünf Monaten in Haft.

(wuk)
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